Nach nur 104 Tagen: Hafiz verlässt den DSV – „Es gibt keine Sonderstellung, wir brauchen Teamspieler!“

Wird ab sofort nicht mehr für den Düneberger SV auflaufen: Ahmad Abdul Hafiz. Foto: Vahlendieck

Am 10. Juni war die Euphorie am Silberberg groß: Gerade eben hatten die Verantwortlichen des Düneberger SV den Transfer von Ahmad Abdul Hafiz eingetütet! „Das zeigt einfach, dass man uns mittlerweile ernst nehmen muss, was solche Transfers betrifft. Das war vor zwei Jahren noch unvorstellbar. Jetzt haben wir einen Spieler mit seiner Qualität dazu gewonnen. Das ist nicht selbstverständlich für den Düneberger SV“, freute sich Trainer Dennis Tornieporth über die Verpflichtung des ehemaligen Lohbrüggers, der bei seinem Vereinswechsel von seinem neuen Coach schwärmte. „Der Hauptgrund ist der Trainer. Ich habe selten fachlich und besonders menschlich so einen Trainer kennengelernt“, erklärte der 25-Jährige damals.

Doch nur 104 Tage nach der großen Freude um diesen Transfer ist das Intermezzo des hochveranlagten Mittelfeldspielers beim Hansa-Landesligisten schon wieder vorbei. Angesprochen auf die Personalie Ahmad Abdul Hafiz musste Tornieporth am Mittwochmittag (25.09.19) erst einmal tief durchatmen. „Was gibt es dazu zu sagen? Ahmad ist bei unserem Auswärtsspiel bei Dersimspor Hamburg am vergangenen Sonntag (22.09.19) in der 60. Minute ausgewechselt worden. Er saß dann zehn bis fünfzehn Minuten auf der Bank, ehe er zum Duschen gegangen ist – worum er gebeten hat. Als wir nach Spielende in die Kabine gekommen sind und mal aufs Handy geschaut haben, hat er die WhatsApp-Gruppen verlassen – ohne jeglichen Kommentar. Ich habe bis heute nichts von ihm gehört“, schildert ‚Tornie‘. „In der Spielergruppe hat er wohl reingeschrieben, dass ich die Dinge mit ihm anders besprochen hätte, als sie schlussendlich gekommen sind. Ich weiß nicht, was er damit meint“, führt der Übungsleiter fort, ehe er erklärt: „Wir hatten nicht besprochen, dass er nicht ausgewechselt werden darf oder dass er von jeglicher Kritik ausgenommen ist.“ Für den Coach ist dieser Abgang „sportlich – wenn er bei hundert Prozent ist, ein Verlust“, dennoch „hat er sich nicht richtig ins Team eingefügt. Bei uns gibt es keine Sonderstellung, wir brauchen Teamspieler und Spieler, die sich einfügen, Gas geben und kritikfähig sind – und keine Diven. Deshalb ist es nicht so schade, dass er uns verlassen hat. So wie es war, wäre es sowieso kein Zustand auf Dauer gewesen. Von daher ist es für mich nicht mehr der Rede wert. Ich wünsche Ahmad für die Zukunft viel Erfolg“, so Tornieporth.

Auch Lucas Gottschalg verlässt den DSV: „Er hat sich super integriert und ist ein großer Verlust.“

Der Spieler selbst erklärte sein Aus am Silberberg gegenüber BOLZJUNGS wie folgt: „Es gab verschiedene Ansichten, welche Rolle ich in Zukunft beim DSV einnehmen sollte. Für mich war es trotzdem eine gute Erfahrung, unter so einem Top-Trainer zu spielen!“ Wie die sportliche Zukunft des BWL-Studenten (technische BWL mit dem Schwerpunkt Logistik) aussieht, steht noch nicht fest. „Ich werde mich etwas mehr auf mein Studium konzentrieren und habe noch nichts Bestimmtes im Kopf“, erklärte Hafiz, der in dieser Saison sieben Mal für den Geesthachter Stadtteilverein zum Einsatz kam und drei Treffer erzielte. Gerüchten zu Folge soll es eine Verbindung zum SC Vorwärts-Wacker 04 Billstedt geben – dort würde der Mittelfeldakteur auf seinen ehemaligen Mannschaftskameraden Javad Gurbanian treffen. Neben Hafiz gehört auch Lucas Gottschalg per sofort nicht mehr zum nun 22 Spieler umfassenden Kader des aktuellen Tabellenzwölften. Der 25-Jährige, der in dieser Spielzeit nur die Partie gegen den TuS Berne verpasste, hat den DSV in Richtung Österreich verlassen, um an der FH Joanneum in Graz Industrial Design zu studieren. „Der Abgang schmerzt sehr. Er hat sich super integriert und ist ein großer Verlust für uns“, bedauert Coach Tornieporth den Abgang. „Sein Spielerpass bleibt bei uns, wenn er da ist, trainiert er auch bei uns mit“, ergänzt der Übungsleiter abschließend.

Dünebergs Lucas Gottschalg (re.) im Duell mit Dersimspor-Keeper Can Öküzbogan. Foto: Vahlendieck