Nach Unstimmigkeiten mit dem Trainer-Duo: Javad Gurbanian verlässt den VfL Lohbrügge

Wird ab sofort nicht mehr im Trikot des Hansa-Landesligisten VfL Lohbrügge auflaufen: Mittelfeldspieler Javad Gurbanian. Foto: Herzog

Sportlich gesehen hätte die neue Saison für den VfL Lohbrügge nicht schlechter starten können: Gegen den Landesliga-Aufsteiger ASV Hamburg verlor der Aufstiegsfavorit mit 2:3 – und erlebte damit bereits am 1. Spieltag den ersten Dämpfer. Nun kommt es auch abseits des Platzes zur Unruhe beim VfL: Mittelfeldspieler Javad Gurbanian verlässt den Klub vom Binnenfeldredder nach vier Jahren Vereinszugehörigkeit! Zählte der 24-Jährige in seiner Zeit am ‚Binner‘ durchgehend zum Stammpersonal, hat sich nach den zahlreichen Neuverpflichtungen einiges an der Rolle des Afghanen geändert. „Mein Anspruch ist es, Stammspieler zu sein – so wie in den vergangenen Jahren. Doch mittlerweile fühle ich mich nur noch wie ein Back-up für die neuen Spieler“, begründet Gurbanian seinen Abschied. Den Vorwurf, dass er den Konkurrenzkampf nicht annehme, erstickt der zentrale Mittelfeldspieler im Keim. „Wir hatten in den vergangenen Jahren immer ein stark besetztes Zentrum, ich bin trotzdem geblieben und habe mich durchgesetzt“, betont der ehemalige Spieler des Landesliga-Konkurrenten SV Nettelnburg/Allermöhe und des Oberligisten SV Curslack-Neuengamme.

Gurbanian: „Ich verlasse den Verein nur wegen der Trainer – das ist der einzige Grund!“

Anschließend wird Gurbanian dann deutlich. „Ich mag den Konkurrenzkampf und der macht mich nur stärker. Doch wenn du zwei Trainer hast, die gegen dich sind, bringt der Konkurrenzkampf auch keinen Spaß. Wir hatten in der Vergangenheit sehr viele Meinungsverschiedenheiten und zuletzt wurde ich mit einer Respektlosigkeit behandelt, wie ich sie noch nie zuvor erlebt habe. Ich hatte keinen Spaß mehr, zum Training zu kommen und nun habe ich einen Schlussstrich gezogen. Ich verlasse den Verein nur wegen der Trainer – das ist der einzige Grund!“, erläutert Gurbanian. So zählte der 24-Jährige gegen den ASV Hamburg schon nicht mehr zum Kader und verabschiedete sich am Montag (29.07.19) bei seinen Mannschaftskollegen und den Verantwortlichen. „Der VfL ist mein Verein, hier habe ich vieles erlebt und die Spieler sind mir alle sehr ans Herz gewachsen. Und auch Mato (Sportlicher Leiter Mato Mitrovic, Anm. d. Red.) und Christian (Liga-Manager Christian Humpert, Anm. d. Red.), mit denen ich lange gesprochen habe, bin ich sehr dankbar“, sagte Gurbanian, der nach eigener Aussage eine Rückkehr zum VfL unter anderen Trainern nicht ausschließen würde. Wo es den Mittelfeldspieler hinziehen wird, ist noch unklar. Nach Agit Aydin, Fabian Reimers und Ahmad Abdul Hafiz ist Javad Gurbanian nun schon der vierte Akteur, der sich mit dem Trainer-Duo Nikolic und Schneppel überworfen haben soll.

Nikolic: „Wir haben im wichtigsten Spiel für den VfL Lohbrügge auf Javad Gurbanian gesetzt.“

Darauf angesprochen, reagierte Elvis Nikolic, der zusammen mit Sven Schneppel den VfL trainiert, gelassen. „Ich tue mich damit schwer die jungen Leute in der Öffentlichkeit zu kritisieren. Ich finde es schade, dass Javad Gurbanian uns verlässt. Ich mochte ihn menschlich aber auch als Fußballer sehr“, kommentierte Nikolic, der sich anschließend auf das Thema Konkurrenkampf bezog. „Wir Trainer haben im wichtigsten Spiel für den VfL Lohbrügge in den vergangenen zehn Jahren (Aufstiegsspiel gegen den FC Union Tornesch, Anm. d. Red.) auf Javad Gurbanian gesetzt und beispielsweise einen Danijel Suntic auf die Bank gesetzt. In der Vorbereitung hat er nur eine Woche trainiert und war deshalb gegen den ASV Hamburg nicht im Kader“, erklärte der Übungsleiter, der seinem ehemaligen Schützling einen Rat mit den auf den Weg gibt. „Er ist ein cleverer und intelligenter Bursche. Wenn er später mal zurückblicken wird, wird er erkennen, dass er diese Situation falsch eingeschätzt hat. Ich wünsche ihm, dass er in Zukunft ein gutes Urteilsvermögen entwickelt, wann man fair und wann man unfair beurteilt wurde“, sagte Nikolic abschließend.