Oher Chancenwucher bei Kreisligist Altengamme II – Trainer Seibert: „Müssen zur Halbzeit 8:0 führen.“

Die Trainer und Offiziellen um Chefcoach Rainer Seibert (vorne) blicken gespannt in Richtung Spielfeld. Archivfoto: Herzog

SV Altengamme II – FC Voran Ohe 1:1 (1:0)
Testspiel, (Fr., 01.02.19, 19.30 Uhr)

Dieser Auftritt vom vergangenen Mittwoch wurmte Rainer Seibert immer noch. „Ich bin sauer über die zehn Gegentreffer. Das wird auch noch andauern, das ging gar nicht“, stellte der Trainer des Landesligisten FC Voran Ohe auch zwei Tage nach der 1:10-Klatsche beim Oberligisten HSV Barmbek-Uhlenhorst noch einmal klar. Dass sein Team bis wenige Minuten vor diesem Zitat gegen den zwei Klassen tiefer spielenden Kreisligisten SV Altengamme II Hochkaräter in zweistelliger Anzahl vergeben hatte, war für den 55-Jährigen derweil nicht so entscheidend. „Ich bin nicht sauer über die Chancenverwertung. Wir waren noch nie so spieldominant gegen sie (Ohe testet nahezu in jeder Vorbereitung gegen den SV Altengamme II, d. Red.) wie heute. Dass wir zur Halbzeit 8:0 führen müssen, ist doch klar. Dennoch war das hier eine gute Reaktion gegenüber Mittwoch.“

Purer Chancenwucher bei Ohe – SVA II geht durch Eigentor überraschend in Führung

Da hatte der Oher Übungsleiter Recht. Vor allem in der Anfangsphase kombinierten sich die Gäste vom Amselstieg ansehnlich durch die kompakte SVA-Defensive auf dem kleinen Kunstrasenplatz – einzig der Ball wollte partout nicht über die Linie. Unter anderem Daniel Walek mit einem Abseitstor (10.), Patrick Gordon (20.), erneut Kapitän Walek (21.) sowie Munib Saqib (23.) scheiterten. Was folgte, war die pure Ironie des Schicksals. Eine harmlose Aktion der Gastgeber brachte FCVO-Abwehrspieler Daniel Gläser unglücklich im eigenen Tor unter. Nun hatte ein Oher mal getroffen und dann war es auf der falschen Seite (25.). „Ohne eigenen Torschuss. Unfassbar!“, haderte Ohes Co-Trainer Jonas Murach an der Seitenlinie mit einem kleinen Lächeln. Im Anschluss hatte noch vor der Pause Jens Schenkenberg für Ohe zwei hundertprozentige Gelegenheiten (38., 42.), scheiterte aber ebenfalls. Ohne vergebene Chance, dafür mit einem guten Auftritt stand auch Justin Loesche, Neuzugang des Landesliga-Konkurrenten VfL Lohbrügge, für die Oher auf dem Feld. Der 19-Jährige fühlt sich am Amselstieg pudelwohl, erklärte gegenüber BOLZJUNGS nach Spielende: „In Lohbrügge wurde intensiver trainiert. Vom spielerischen her finde ich es hier allerdings besser. Es wird bei Ohe als Mannschaft gespielt, das gefällt mir. Ich wurde sehr gut aufgenommen.“

Die zweite Hälfte musste sich Loesche dann wie sechs weitere seiner Mitspieler aus Halbzeit eins von der Seite aus anschauen. Wenn sie nicht gerade über den angrenzenden Rasenplatz sprinteten. Die Dominanz der Gäste, die ohne den jüngsten Neuzugang Phil Krieter (SV Eichede) angereist waren, blieb trotz der zahlreichen Wechsel bestehen – der Chancenwucher allerdings ebenso. Maxim Gassmann scheiterte noch doppelt (66., 69.). Doch dann, 15 Minuten vor Spielende, klingelte es dann doch im Kasten von SVA-Keeper Marco Fedgenhäuer. Der eingewechselte Oher Offensivspieler Yannik Andersson traf per direktem Freistoß aus rund 20 Metern ins Torwarteck zum 1:1-Ausgleich. Im Anschluss vergaben Marc Ohl (79.) und Timo Bressel mit einem Schuss ans Lattenkreuz (83.) noch Möglichkeiten zum Testspielsieg. So blieb es beim 1:1 – und dem zweiten Unentschieden zwischen diesen beiden Teams nach dem 2:2 in der Sommer-Vorbereitung.

Für den Kreisligisten angesichts des Zwei-Klassen-Unterschieds und der Tatsache, dass es der erste Testkick dieses Jahres war, ein gutes Ergebnis. „Ohe hat ein bisschen Chancenwucher betrieben. (lacht) Gegen einen Landesligisten kann man nicht alles verhindern, das ist doch klar. Aber kämpferisch war das sehr in Ordnung von uns“, freute sich SVA-Trainer Frank Graf. „Man konnte den Zwei-Klassen-Unterschied auf jeden Fall sehen.“ Wie es für den ganzen Verein SV Altengamme üblich ist, wird auch in der zweiten Herren personell auf Kontinuität gesetzt. Im Winter gab es keine Zu- oder Abgänge und für die nächste Spielzeit stehen bereits 17 Zusagen. „Wir sind guter Dinge, am Ende genau dieselbe Mannschaft zu haben wie jetzt und wollen dann nur ein, zwei A-Jugendliche dazu holen“, schloss Graf.

SVA II: Fedgenhäuer; Gronwald, Harms, Wyrwinski, Pernitt (46. Fließ); Domin, Stahlbuhk, Duwensee, Kleensang (46. Halfar); Singelmann, Albers (46. Peters)
Ohe: Thomä (46. Malik); Schenkenberg, Walek, Gläser (46. Sulinski); Pflug (46. Bressel), Kaufmann, Munib Saqib, I. Gassmann (46. Damaschke); Loesche (46. M. Gassmann); Woost (46. Ohl), Gordon (46. Andersson)