Ohne Trainer und sechs Spieler: FC Voran Ohe schlägt Inter 2000 und feiert zweiten Sieg in Folge

Zweiter Sieg im zweiten Pflichtspiel im Jahr 2019: Der FC Voran Ohe feiert den 3:0-Erfolg bei Inter 2000. Foto: BOLZJUNGS

Inter 2000 – FC Voran Ohe 0:3 (0:2)
Landesliga Hansa, 21. Spieltag (Fr., 09.03.19, 15.00 Uhr)

Samstagnachmittag, 15:00 Uhr, Hamburger Wetter – eigentlich die optimalen Bedingungen für die Mannschaft vom FC Voran Ohe. Das einzige Manko: Das Spiel an der Snitgerreihe fand auf Kunstrasen statt – wie bekannt, nicht der Lieblingsbelag der Kicker aus Neuschönningstedt. Dennoch fiel Voran Ohe das Kombinieren auf dem schwierigen, weil rutschendem Geläuf, einfacher. Das selbsternannte weiße Ballett agierte wie gewohnt im 4-2-3-1-System. Mit Phil Krieter, Marcel Damaschke, Justin Lösche (alle krank), Oskar Sulinski, Nico Sandig (beide beruflich verhindert) und Fabian Stritzke (verletzt) fehlten gleich sechs potentielle Kaderspieler. Doch beeinflussen ließ sich die Elf von Trainer Rainer Seibert, der zudem auch noch krankheitsbedingt fehlte und nicht vor Ort sein konnte, nicht. Bereits in Minute zwei war der sehr agile Timo Bressel nach einer Unachtsamkeit von Inter 2000-Verteidiger Stanley Owusu sehr aufmerksam, führte einen Einwurf nach einer missglückten Ballannahme von jenem schnell auf seinen Topstürmer Robin Woost aus, der einige Meter dribbeln konnte, um vom Fünfmetereck unbedrängt den Ball an Inter-Torwart Ibrahim Senol vorbei ins lange Eck zu zirkeln.

Danach war das Spiel sehr zerfahren. Viele Fouls und Zweikämpfe im Mittelfeld prägten die Partie von nun an. Dementsprechend war bis zur 25. Minute keine Strafraumaktion mehr zu begutachten, bis Ohes Jens Schenkenberg aus knapp 20 Metern, nach einer zu kurz geratenen Kopfballabwehr, abzog und den Schützen zum 1:0 anschoss – der Ball ging allerdings knapp am Tor vorbei. Nach kurzer Erholung in diesem ereignisarmen Landesligaspiel entwickelten die Gäste – wenn man es überhaupt so nennen kann – eine Drangphase. Erst scheiterten Woost und Marco Braesen (per Fallrückzieher) an Senol, ehe sich anschließend Phillip Lang mit einem abgefälschtem Fernschuss versuchte (36.) und Kapitän Daniel Walek per Kopf daneben zielte (37.). Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff des allzeit souverän auftretenden Schiedsrichtergespanns um Luca Jürgensen (FC Eintracht Norderstedt) ereignete sich dann die spielentscheidende Szene. Nach einem Abschluss von Robin Woost von der Strafraumkante und anschließender Parade von Inter-Schlussmann Senol, zielte Woost den folgenden Eckball auf den ersten Pfosten, wo Martin Schröder das Spielgerät entscheidend verlängerte und mit Hilfe eines Spielers von Inter 2000 über die Linie ging (45.). Mit diesem 2:0 aus Sicht des FCVO ging es in die Kabinen.

FCVO-Kapitän Daniel Walek: „Wir fahren nächste Woche als klarer Außenseiter nach Bramfeld!“

So, wie die erste Halbzeit zum Großteil lief, lief auch die zweite Hälfte. Viele lange Bälle auf dem rutschigen Grund, kaum eine Drehung, ohne dass ein Mann fiel. Dementsprechend waren auch Torchancen Mangelware. Bis auf ein paar Eckbälle auf Seiten der Gäste passierte die erste Viertelstunde nichts. Dementsprechend war das 2:0 auch ein gefährlicher Spielstand – gerade, wenn man die individuelle Klasse der Mannschaft von Inter 2000 sieht, die mit Furkan Pinarlik (Jugend und U23 FC St. Pauli, Meiendorfer SV), Edmund Saß (Jugend FC St. Pauli, Meiendorfer SV), Stanley Owusu (Jugend FC St. Pauli, Jugend FC Eintracht Norderstedt TuS Osdorf) und Braima Baldé (Niendorfer TSV, Halstenbek-Rellingen, Altona 93) einige Kicker in ihren Reihen haben, die bereits höherklassig gespielt haben. An diesem Tag hatte aber Einer etwas gegen dieses gefährliche Ergebnis: Voran Ohes Timo Bressel. Der beste Mann auf dem Platz profitierte in Minute 60 von einem Aussetzer von Inter-Torwart Senol, der sich bei einem viel zu langen Pass von Woost verschätzte. Der Nutznießer bedankte sich in seinem eigenen Stil und verwandelte aus spitzem Winkel mit seinem schwächerem linken Fuß zum 3:0-Endstand – denn bis auf eine Eins-gegen-Eins-Situation von Inter-Spieler Massiullah Abdullah gegen Michél Thomä, bei dem der FCVO-Keeper zweimal auf dem Posten war, passierte nichts mehr.

„Das war ein souveränes Spiel von uns! Wir haben früh nach dem 1:0 ins Spiel reingefunden, waren dort einmal wach, wo der Gegner nicht wach war. Danach hatten wir aber zehn bis zwölf Minuten, wo wir nicht konzentriert genug zu Werke gegangen sind. Ansonsten war das ein absolut verdienter Sieg, bei dem wir wenig zugelassen haben“, fasste Ohe-Kapitän Daniel Walek die 90 Minuten an der Snitgerreihe zusammen, um anschließend eine kleine Einordnung der beiden absolvierten Partien zu geben und einen Blick auf das kommende Spiel zu werfen. „Wir hatten wirklich keine gute Vorbereitung, haben aber zweimal über den Kampf kommend die beiden Ligaspiele gegen Rahlstedt und Inter 2000 gewonnen. Wir fahren nächste Woche als klarer Außenseiter nach Bramfeld und versuchen dort, etwas mitzunehmen. Bramfeld muss und wir können – dementsprechend werden wir dort auch ohne Druck aufspielen“, erläuterte Walek, der mit seinen Ohern nach dem Dreier gegen Inter mit 42 Punkten auf dem vierten Tabellenplatz steht und durch die Niederlage des SV Nettelnburg/Allermöhe gegen den Düneberger SV den Abstand auf den fünftplatzierten SVNA (36 Punkte) auf sechs Zähler vergrößert hat. Der Abstand auf Tabellenplatz drei, den der VfL Lohbrügge innehat, beträgt weiterhin drei Punkte.

Inter: Senol; Djalo, Leinung, Owusu, Saß; Asan, Baramashvili; Pinarlik, Baldé, Ballester Martinez (46. Zagre); Abdullah (75. Bayram)
FCVO: Thomä; Schenkenberg, Walek, Gläser, Lang; Schröder, Kaufmann; Ohl (75. Andersson), Braesen, Bressel (68. Gordon) ; Woost (85. Pflug)