Per sofort: Geffert verlässt den SV Altengamme, Krey übernimmt – „Ich bin mir selbst nicht so wichtig.“

Ist ab sofort kein Trainer mehr beim Landesligisten SV Altengamme: Jörn Geffert. Foto: Herzog

Erst vor zwei Monaten gab der SV Altengamme die Vertragsverlängerung mit seinem Cheftrainer Jörn Geffert bekannt. „Wir haben noch Luft nach oben und somit ist es noch nicht an der Zeit, das hier zu beenden“, betonte Geffert am 9. Januar im Rahmen seiner Verlängerung. Doch nur 63 Tage später kommt die überraschende Wende in dieser Personalie: Wie der SVA am Mittwochmittag in einer Pressemitteilung und auf seiner Facebook-Seite bekannt gab, verlässt Jörn Geffert den Landesligisten per sofort. Der bisherige Co-Trainer Jan Krey übernimmt beim Tabellenneunten. „Die Entwicklungen seit dem späten Montagabend waren so in keinster Weise vorherzusehen. Nachdem wir uns gesprochen und auch den Spielerrat mit einbezogen hatten, sind wir alle gemeinsam zu diesem einvernehmlichen Entschluss gekommen“, erklärt Ligamanager Philipp Mohr, der von Gefferts Bitte, seinen Vertrag am Saisonende aus beruflichen Gründen niederlegen zu wollen, überrascht war. „Wir hatten eine richtig geile Zeit. Der Vereinsrekord in der vergangenen Saison, Spiele wie gegen den SVNA (5:1), Dersimspor (5:1) oder Bramfeld im Pokal (5:2) waren dabei sicher Highlights. Geffi (Ex-Trainer Jörn Geffert, d. Red.) war menschlich und sportlich zu jeder Zeit ein Gewinn und ist für mich persönlich in der Kürze der Zeit zu einem sehr guten Freund geworden“, erläutert Mohr.

Geffert selbst ist die Entscheidung, seinen Vertrag im Sommer aufzulösen, nicht leicht gefallen. „Wir sind natürlich alle sehr traurig. Flippo (SVA-Ligamanager Philipp Mohr, d. Red.), die Mannschaft und auch ich persönlich“, betont der 51-Jährige, um anschließend den Prozess zu erläutern. „Wenn ich meinen Sportplatz und meine Kabine betrete, bin ich immer zu 100 Prozent dabei und das geht über den Sommer hinaus nicht mehr so. Das habe ich den Verantwortlichen so erklärt. Dann haben wir uns zusammengesetzt und der Verein hat mir dann mitgeteilt, dass es dann das Beste ist, wenn er mich per sofort freistellt, um in aller Ruhe auch alles für die kommende Spielzeit vorzubereiten. Dieser Bitte bin ich im Sinne meines Vereins natürlich nachgekommen“, erklärt Geffert, der vollstes Verständnis für diese sofortige Trennung hat. „Ich habe immer gesagt, dass ich mir selbst nicht so wichtig bin. Mir ist es von aller höchster Priorität, dass die ganze Sache funktioniert und dass es in Altengamme weiter geht“, hebt „Geffi“ hervor. Der berufliche Marketing- und Werbemanager, der zudem auch Fußballprofis berät, wird die Zeit am Gammer Weg immer in bester Erinnerung behalten. „Wir haben vergangenes Jahr einen Saisonrekord aufgestellt und sind in diesem Jahr im Pokalviertelfinale. Wenn es am schönsten ist, gehe ich am liebsten und viel besser kann es ja gar nicht mehr werden. Ich kann mit voller Freude und Stolz auf die Zeit beim SVA zurückblicken. Hier habe ich tolle Menschen und super Fußballer kennengelernt. Es hat mir großen Spaß gemacht“, bilanziert Geffert.

Philipp Mohr: „Bis Montagabend stellte sich bei mir gar nicht die Frage nach neuem Personal.“

Übernimmt das Traineramt am Gammer Weg: Jan Krey. Foto: Herzog

Durch das überraschende Ende von Geffert tritt nun dessen bisheriger Assistenztrainer Jan Krey in den Mittelpunkt. Krey, der seit Juli 2018 beim SVA ist und vorher beim SC Schwarzenbek und Eintracht Elbmarsch gearbeitet hat, wird bis auf Weiteres der neue Chefcoach. „Die Entscheidung von Geffi (Ex-Trainer Jörn Geffert, d. Red.) kam überraschend, aber man muss sie akzeptieren und respektieren. Ich werde versuchen, die Jungs so ein- und aufzustellen, um möglichst erfolgreich zu sein. Bisher konnte ich mir aber keine großen Gedanken darüber machen, dafür ging es dann viel zu schnell“, sagt Krey, der die kurzfristige Beförderung als „Vertrauensbeweis von Vereinsseite“ bewertet. Mit seinem bisherigen Trainerkollegen wird Krey auch weiterhin in Verbindung bleiben. „Wir gehen freundschaftlich auseinander und werden selbstverständlich weiterhin in Kontakt bleiben. Thema wird da sicherlich der Fußball sein – aber auch andere Sachen“, erklärt der neue Trainer des SVA, der bis zum Sommer wohl das alleinige Sagen am Gammer Weg haben wird. „Das sind Sachen, die wir in der Kürze noch nicht besprochen haben, ich glaube aber nicht, dass es bis zum Sommer nötig sein wird, einen externen Co-Trainer zu installieren. Der Rest vom Team bleibt so bestehen“, betont Krey.

Für Ligamanager Mohr war Jan Krey in dieser Kürze der Zeit die einzige nachvollziehbare Möglichkeit für die Nachfolge. „Ich habe mich bislang nicht mit Namen und Lösungen beschäftigt, da für mich erst einmal die Regelung der Situation im Vordergrund stand. Wir haben mit Jan (SVA-Coach Jan Krey, d. Red.) erstmal eine aktuell sehr gute Lösung, mit der wir ohne jegliche Bauchschmerzen weiterarbeiten können und dann suchen wir gemeinsam nach der bestmöglichen Lösung, die Jan auf jeden Fall beinhalten wird. Bis Montagabend stellte sich bei mir gar nicht die Frage nach neuem Personal, deshalb kommt die aktuelle Situation ein wenig überraschend, ähnlich überraschend wie der komplette gestrige Dienstag“, erläutert Mohr, um anschließend den Blick nach vorne zu werfen. „Wir haben erstmal keinen extremen Druck, eine schnelle und eventuell dann sogar übereilte Lösung für die Zukunft zu finden. Wichtig ist, dass wir uns in Ruhe die Zeit dafür nehmen. Denn Altengamme sollte eigentlich für Kontinuität stehen. Deshalb sollte die dann langfristige Lösung auch vernünftig und nachhaltig sein“, erklärt Mohr abschließend. Denn wie schnell und überraschend der Fußball sein kann, hat der Ligamanager in dieser Situation am eigenen Leib erfahren.