Robert Pallasch: „Für mich gehört es dazu, auch als verletzter Spieler die Mannschaft zu unterstützen.“

Endlich wieder am Ball: Lohbrügges Robert Pallasch steht nach seiner langen Verletzungspause wieder auf dem Fußballplatz. Foto: Herzog

Für den VfL Lohbrügge ist es eine Saison zum Einrahmen! Zwei Spieltage vor Schluss liegt das Team vom Trainer-Duo Elvis Nikolic und Sven Schneppel mit 62 Punkten auf dem zweiten Tabellenplatz in der Landesliga Hansa. Damit befindet sich die Mannschaft vom Binnenfeldredder auf Tuchfühlung zur Oberliga. Gerade in der Rückrunde läuft es beim VfL: Von 13 Partien wurden zehn gewonnen. Ein Name, der in Verbindung mit diesem sportlichem Erfolg in den vergangenen Wochen und Monaten wenig bis kaum gefallen ist, ist Robert Pallasch. Dies ist ziemlich überraschend, denn kaum jemand verkörpert den VfL Lohbrügge so wie der Blondschopf. „Robert (VfL-Spieler Robert Pallasch, Anm. d. Red.) ist 1995 geboren und seit 2000 im Verein. Schon in der B-Jugend war er mein Spieler. Da kann man schon sagen, dass er sich mit dem Klub identifiziert“, sagt Elvis Nikolic über den „verrückten Vogel“ schmunzelnd.

Lautstark gibt er den Takt vor: Robert Pallasch an der Trommel. Foto: Herzog

Doch in dieser Saison konnte Trainer Nikolic seinen „verrückten Vogel“ nur sehr selten auf dem Fußballplatz begutachten. Kaum hatte die Saison 2018/19 begonnen, da kam es schon zum ersten Rückschlag für den 23-Jährigen. Zusammen mit seinen Teamkollegen bereitete sich der gebürtige Reinbeker in der ersten Augustwoche auf das dritte Saisonspiel gegen den Klub Kosova vor, da kam dieser eine Zweikampf im Training, der für Pallasch schwerwiegende Folgen hatte: Der variabel einsetzbare Defensivspieler verdrehte sich das Knie und fiel vorerst mit einer Bänderdehnung des Innenbandes aus. Wie es der Zufall wollte, war Pallasch zurück, als es für den VfL zum zweiten Mal gegen den Klub Kosova ging. Im Achtelfinale des ODDSET-Pokals am 8. Dezember: Die Nummer 18 des VfL stand zum ersten Mal seit vier Monaten wieder im Kader – und sprintete beim 1:0-Siegtreffer über den gesamten Platz und schmiss sich in die Jubeltraube. Doch so groß, wie die Freude über die Rückkehr in den Kader auch war, so schnell verschwand sie wieder. In der Wintervorbereitung knickte Pallasch zwei Mal binnen kürzester Zeit um, sodass es ihn erneut eine lange Zeit zurückwarf.

Acht Monate Verletzungspause – Treffer beim Comeback: „Die Kirsche auf der Sahnetorte.“

Doch der in Lohbrügge wohnende Defensivakteur kämpfte sich auch nach dem erneuten Rückschlägen zurück. „Seit Anfang April bin ich wieder richtig dabei. Insgesamt musste ich fast acht Monate pausieren“, erläutert Pallasch. Doch was den langjährigen Lohbrügger von vielen Amateurfußballern unterscheidet: Trotz langwieriger Verletzungspause war er nie von der Bildfläche verschwunden. Es verging kaum ein Spiel des VfL Lohbrügge, bei dem der verletzte Pallasch nicht vor Ort war. Im Pokalspiel gegen den SC Victoria Hamburg stand Pallasch mit einer Trommel an der Seitenlinie und gab den Einpeitscher. In wichtigen Spielen wie beim Auswärtsspiel beim Hamm United FC  ist er der erste auf dem Platz, um zu jubeln – und das trotz Verletzungen. Diese Szenen sind nur einige Untermalungen der außergewöhnlichen Beziehung von Pallasch zu „seinem“ VfL. „Für mich gehört es dazu, auch als verletzter Spieler die Mannschaft immer zu unterstützen“, hebt er hervor. „Durch meine langjährige Zugehörigkeit ist mir der ganze Verein ans Herz gewachsen“, erklärt Pallasch, der vor seiner Zeit am „Binner“ nur für einen anderen Verein auflief.

Nach dem Auswärtssieg bei Hamm United kannte die Freude keine Grenzen mehr – auch nicht bei Robert Pallasch. Foto: Herzog

Und so hätte das langersehnte Comeback für Robert Pallasch am 6. April diesen Jahres kaum schöner ausfallen können: Beim Stand von 3:0 wurde der Defensivallrounder in der 83. Minute gegen Inter 2000 eingewechselt und kam am 24. Spieltag zu seinem zweiten Saisoneinsatz. In der Schlussminute – also gerade mal sieben Zeigerumdrehungen nach seiner Einwechslung – erzielte Pallasch den Treffer zum 4:0-Endstand. Was für ein Comeback! „Für mich war die Einwechselung ein sehr schöner Moment, weil ich einfach wieder mit den Jungs auf dem Platz sein konnte. Das Tor war dann die Kirsche auf der Sahnetorte“, schmunzelt er. Und was für Pallasch spricht: Seit seinem Comeback verpasste der Blondschopf kein Spiel mehr und kam in den folgenden vier Partien zum Einsatz. Das soll auch in den zwei verbleibenden Spielen beim Rahlstedter SC (17.05.19, 19.30 Uhr) und gegen den FC Voran Ohe (26.05.19, 15.00 Uhr) so sein, wenn es nach dem 23-Jährigen geht.

„Stehen wir dort nach dem letzten Spieltag, steigen wir auch auf!“

In diesen beiden Partien kann der VfL Lohbrügge seinen zweiten Platz behaupten und einen großen Schritt in Richtung Oberliga machen. „Wenn wir die restlichen Spiele gewinnen, ist der zweite Platz möglich. Stehen wir dort nach dem letzten Spieltag, steigen wir auch auf“, betont Pallasch selbstbewusst, der für den positiven Lauf in dieser Saison auch eine Erklärung parat hat. „Wir stehen hinten kompakt und lassen nur wenig zu. In der Offensive erarbeiten wir uns mit unserem schnellen Spiel immer wieder Torchancen und nutzen diese“, analysiert Pallasch. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren können sie in Lohbrügge auch in Ruhe arbeiten – laut Pallasch ein weiterer großer Vorteil. „In dieser Saison waren die Aufgaben im Verein bereits im Vorfeld geklärt, sodass sich der Manager, die Trainer und die Spieler voll auf ihre Aufgaben konzentrieren konnten“, erläutert der Lohbrügger diesen Erfolgsfaktor.