Spielerisch hakt es, aber das Ergebnis stimmt: OSV besiegt Klub Kosova mit 4:1 – „Wir sind angekommen!“

Avancierte mit seinen drei Treffern zum Matchwinner: Oststeinbeks Torjäger Youssef Sbou. Archivfoto: Herzog

Oststeinbeker SV – Klub Kosova 4:1 (2:1)
Landesliga Hansa, 11. Spieltag (Fr., 04.10.19, 19.30 Uhr)

Nach dem überzeugenden Auswärtssieg seines Oststeinbeker SV beim Düneberger SV äußerte OSV-Coach Simon Gottschling am vergangenen Wochenende einen Wunsch. „Bei uns verändert sich aktuell einiges zum Positiven. Ich hoffe, dass wir jetzt mal eine kleine Serie starten“, formulierte der Übungsleiter. Und diese angesprochene Serie haben die Oststeinbeker nach dem 4:1-Erfolg gegen den Klub Kosova am Freitagabend (04.19.19) am heimischen Meessen bei Dauerregen auf zwei ‚Dreier‘ erhöht. „Rein vom Ergebnis her geht es weiter in die richtige Richtung, vom fußballerischen her haben wir das gegenüber den vergangenen zwei Wochen, in denen wir sehr griffig waren, nicht gut gemacht“, erklärte Gottschling, der nach den vorangegangenen, meist ereignisarmen 90 Minuten zu folgendem Fazit kam: „Das war ein Spiel für das Phrasenschwein: Mund abwischen und weiter geht’s.“

So sorgten Marc Oldag, der erneut als Linksverteidiger agierte, mit einem verwandelten Elfmeter – zuvor war Nicklas Frers von Jorgen Pjetri zu Fall gebracht worden („fragwürdige Entscheidung“, O-Ton von Kosova-Trainer Daniel Sager) – und Youssef Sbou nach einem ansehnlichen Spielzug über seinen Bruder Youness und den auffälligen Kannafa Jibril Adamou schon frühzeitig für eine beruhigende 2:0-Führung (14., 17.). Zwar kamen die Gäste nach einer schönen Vorarbeit von Kapitän Georg Demircan durch Medeni Kaya – der Cousin von Oststeinbeks Co-Trainer Alexander Kaya –  schnell zum 1:2 (22.), doch die Hausherren ließen sich in einem Landesliga-Spiel auf überschaubarem Niveau nicht von der Siegerstraße abbringen. Nachdem Adrian Voigt von ‚KK‘-Keeper Amevi Olivier Sossou regelwidrig gestoppt worden ist, verwandelte Youssef Sbou mit seinem zweiten Treffer den zweiten Oststeinbeker Strafstoß zum 3:1 (55.). In der Schlussphase, in der der ehemalige Lohbrügger Goran Petrekovic-Loncar auf Seiten des Klub Kosova auf dem Feld stand und OSV-Offensivspieler Voigt für den verletzten Revin Köksal (Oberschenkel) in die Innenverteidigung rutschte, stellte Torjäger Sbou mit seinem dritten Treffer des Abends und seinem insgesamt fünften Saisontreffer den 4:1-Endstand her (84.).

„Gottschling raus, Gottschling raus“ und Erdinc Örün als Adrian Fein

„Wenn ich weiß, welches Potenzial in der Mannschaft steckt und weiß, was wir abrufen können, bin ich vor allem von den ersten 20 Minuten – in denen wir das Spiel verlieren – extrem enttäuscht. Wir haben wenig miteinander Fußball gespielt, das, was unsere eigentliche Stärke ist“, monierte Kosova-Trainer Daniel Sager, der sich über „zu viele individuelle Fehler in der letzen Zeit“ beklagte und auch mit der Abwehrarbeit im eigenen Strafraum haderte. „Wir kriegen in den vergangenen drei Spielen fünf Elfmeter gegen uns. Das ist einfach schlecht verteidigt“, ärgerte sich Sager. Auf Seiten der Gastgeber hatten sie indes nicht groß etwas zu hadern – ganz im Gegenteil. „Die Stimmung ist top und der Spaß ist da. Die Jungs sind jetzt angekommen. Sie brauchten ein paar Wochen. Wir haben der Truppe auch gesagt, ‚macht mal etwas lockerer und atmet durch‘ – und das tut uns allen ganz gut“, resümierte Gottschling zufrieden, der das erste Saisondrittel wie folgt bilanzierte: „Es wäre mehr drin gewesen, aber letztendlich sind 17 Punkte als Aufsteiger völlig in Ordnung!“ Und diese positive Stimmung und zufriedenstellende Bilanz des derzeitigen Tabellensechsten äußerte sich in Humor. „Gottschling raus, Gottschling raus“, skandierten seine Spieler im anschließenden Jubelkreis mit einer Menge Gelächter und Erdinc Örün, der auf der Sechs im Mittelfeld für Ordnung sorgte, verabschiedete sich mit den Worten: „Nennt mich in Zukunft nur noch Adrian Fein (HSV-Akteur und U21-Nationalspieler Adrian Fein, Anm. d. Red.) .“ Man könnte also meinen, am Meessen herrsche nach dem ersten absolvierten Saisondrittel trotz eines nicht ganz einwandfreien Saisonstarts Friede, Freude, Eierkuchen.

OSV: Joost; Youness Sbou, Köksal (60. Dönmez), Gimeno Hinrichs, Oldag; Jibril Adamou (80. Spring), M. Sbou, Örün, Frers (67. Aydin); Voigt, Youssef Sbou
Kosova: Sossou; Velasco Trujillo (73. Ademi), Pjetri, Balla, Karakurt; Salama, Korodowou, Demircan, Kaya; Bektesi (60. Petrekovic-Loncar), Sarwari