SVCN-Kapitän Patrik Papke sagt Tschüss: Knappe 0:1-Niederlage im Derby gegen die TuS Dassendorf

Ein letztes Mal wird SVCN-Kapitän Patrik Papke von seinen Mitspielern gebührend gefeiert und in die Höhe geworfen. Foto: Herzog

SV Curslack-Neuengamme – TuS Dassendorf 0:1 (0:1)
Oberliga Hamburg, 33. Spieltag (Fr., 17.05.2019, 19.00 Uhr)

275 Pflichtspiele (Oberliga und ODDSET-Pokal zusammengerechnet) absolvierte Patrik Papke für den SV Curslack-Neuengamme seit 2009. Doch nun ist Schluss! Die 276. Partie in zehn Jahren gegen die TuS Dassendorf war sein letzter Auftritt im Dress der Curslacker, aber wohl nicht das Karriereende –dazu später mehr. Vor dem Spiel wurde der „torungefährliche“ (O-Ton des SVCN-Managers Oliver Schubert) Papke, wie die anderen scheidenden Spieler verabschiedet. Neben einem eingerahmten SVCN-Trikot gab es noch eine lebenslange Dauerkarte auf der Tribüne des SVCN als Geschenk.

Harmlose Gastgeber, Marcel von Walsleben-Schied trifft

Doch bevor Papke das Trikot endgültig das letzte Mal auszog und sich den Applaus der 283 zahlenden Zuschauer einheimste, wurde noch etwas Fußball gespielt. Sportlich gesehen ging es um nichts mehr: Die Hausherren konnten bei einem Sieg und bei gleichzeitigen Ausrutschern des TuS Osdorf und dem FC Süderelbe noch maximal auf den neunten Tabellenplatz klettern. Die Gäste wollten immerhin Platz drei festmachen und für das Pokalfinale am nächsten Wochenende gegen den Regionalligisten FC Eintracht Norderstedt in Tritt bleiben. „Ich werde schon lieber Dritter als Vierter, außerdem ist es ja auch ein Derby!“, so „Dasses“ Sportchef Jan Schönteich vor dem Anpfiff. Doch großartig passiert ist nichts am Gramkowweg. Erst in Minute 20 prüfte Marcel von Walsleben-Schied das Können von Torwart Gianluca Babuschkin und blieb zunächst der Verlierer. Die Gastgeber hatten durch Mike Beldzik (28.), Marvin Schalitz (30.) und Witalij Wilhelm (32.) einen Hauch von Torgefahr ausgestrahlt, waren aber zu harmlos. Schließlich erlöste von Walsleben-Schied die Zuschauer mit seinem Treffer nach einer Hereingabe über die linke Seite – 0:1 (37.).

Papke verpasst den Ausgleich, „Standing Ovations“ bei der Auswechselung

TuS-Keeper Christian Gruhne konnte verletzungsbedingt nicht mehr weiterspielen. Foto: Herzog

Der zweite Durchgang begann mit einer Schrecksekunde für die TuS Dassendorf: Angreifer Timo Lenz lief Torwart Christian Gruhne an und hielt bei dessen Klärungsversuch den Schlappen hin, sodass Gruhne zwar klären konnte, aber schreiend zu Boden ging. Der Schlussmann konnte nach langer Behandlungspause nicht weitermachen, für ihn kam Tobias Braun in die Partie. Das Spiel plätscherte danach vor sich hin, Papke blickte immer wieder zur Uhr und wusste, dass seine Zeit in Curslack fast abgelaufen war. „Zum Ende habe ich schon zur Uhr geguckt. Und Matthias Wulff (Trainer des SVCN, Anm. d. Red.) meinte schon, dass er mich fünf Minuten vor Schluss runter nimmt. Er meinte dann ‚Paddy, vielleicht doch noch? Nur 0:1, machst noch einen?'“, sollte Papke nach Spielende erklären. Und tatsächlich hatte der Zehner die Chance auf seinen Treffer im letzten Spiel. In der Nachspielzeit zog Wilhelm einen Freistoß auf den langen Pfosten, Duro Maskaljevic nickte das Spielgerät in Richtung des anderen Pfostens, wo Papke etwa einen halben Meter vor dem Tor neben dieses köpfte. „Wenn ich den gemacht hätte, wäre es so gewesen, wie ich es mir erhofft hätte. Dann wäre es perfekt gewesen. Aber ‚Matte‘ Reincke hat vor acht Jahren mal den Pfosten kaputt geschossen. Der ragt jetzt etwas ins Tor. Deshalb habe ich den nicht gemacht“, sagte Papke lachend, korrigierte dann und verwies auf „zu wenig Sprungkraft“.

Das Tor blieb also aus, dafür holte er sich für ein taktisches Foul die Gelbe Karte ab und wurde schließlich in der Nachspielzeit ausgewechselt. Die Zuschauer, wenn sie nicht sowieso schon standen, erhoben sich und applaudierten lautstark. Sie erwiesen dem Kapitän regelrecht die letzte Ehre – ein Gänsehautmoment für jeden Fußballer. „Es hat heute Spaß gemacht. Ich habe das alles erst gar nicht wahrgenommen und erst später gemerkt, dass es nun vorbei ist. Meine ganze Familie war da, was auch nicht oft vorgekommen ist, da sie nicht so fußballbegeistert ist“, freute sich Papke, nachdem ihn sein Team feierte und er etliche Hände schütteln musste. Doch seine Fußballbegeisterung kann er nicht abrupt beenden. „Ein paar tieferspielende Vereine aus der Heimat sind auf mich zugekommen und haben nachgefragt. Ganz aufhören werde ich auf keinen Fall. An Drochtersen/Assel (Regionalliga Nord, Anm. d. Red.) habe ich gedacht“, lachte „Paddy“ und klärte dann auf. „Ich werde mich für einen Verein entscheiden, bei dem der Aufwand etwas geringer als hier ist.“ Man darf also gespannt sein, wo es Papke hin verschlägt. Vielleicht ja zurück zu den Wurzeln zum SC Vier- und Marschlande, denn dort hat sein Jugendtrainer Thorsten Beyer ab Sommer das Zepter in der Hand.

Der SV Curslack Neuengamme beendet die Saison nach der Niederlage auf dem elften Tabellenplatz, die TuS Dassendorf ist Dritter und kann die eher durchwachsene Saison mit dem möglichen ODDSET-Pokalsieg am 25. Mai (Anstoß 10.30 Uhr) gegen den Regionalligisten FC Eintracht Norderstedt verschönern.

SVCN: Babuschkin; Bannasch, Papke (90.+4 Reckstadt), Schalitz (46. Maskaljevic), Künkel; Rogge, Beldzik, Kerschke, Wilhelm; Radic, Lenz (71. Hoffmann)
TuS: Gruhne (61. Braun); R. Carolus, Lenz, Aust, K. Carolus (73. Dettmann); Kurczynski, Hinze (46. Nägele), Blohm, Dittrich; von Walsleben-Schied, Maggio

Eine Bildergalerie von Maurice Herzog: