Titelverteidiger nach Halbzeit-Rückstand gegen SVA vor „herausragender Kulisse“ im Halbfinale

Altengammes Kevin Herzberg (li.) mit energischem Einsatz gegen Dassendorfs Samuel Louca. Foto: Bode

SV Altengamme – TuS Dassendorf 1:4 (1:0)
ODDSET-Pokal, Viertelfinale (Sa., 30.03.19, 15.00 Uhr)

Sie waren laut eigener Aussage „heiß wie Frittenfett“. Seit Tagen postete die „Social Media-Abteilung“ des SV Altengamme auf verschiedensten Vereins-Kanälen in Bezug auf das Pokal-Derby gegen den Titelverteidiger und Oberligisten TuS Dassendorf Fotos aus der Kabine oder von den Vorbereitungen auf das ODDSET-Pokal-Viertelfinale gegen die Wendelwegler am heimischen Gammer Weg. Und auch an der Sportanlage kurz vor dem Anstoß war diese besondere Atmosphäre zu spüren – Pokal-Atmosphäre! „Die Atmosphäre war herausragend. Ein tolles Wetter, eine besondere Kulisse“, fand auch Gäste-Coach Jean-Pierre Richter lobende Worte. Insgesamt rund 600 Zuschauer (427 zahlende) fanden den Weg ins beschauliche Altengamme und gaben dieser Partie bei strahlendem Sonnenschein und 20 Grad den Rahmen, den sie verdient hatte. Nachdem Schiedsrichter Thomas Bauer (Rahlstedter SC) das Duell anpfiff, legten die Gastgeber auch schon los wie die Feuerwehr…

SVA geht früh in Führung – Coach Krey: „Das ist Altengamme!“

Altengammes Jannis Reinhardt (Mi.) traf sehenswert zum 1:0. Archivfoto: Herzog

Die Anfangsphase gestalteten die beiden Protagonisten ausgeglichen. Janis Voß für Altengamme (11.) und Marcel Lenz für Dassendorf (16.) hatten die besten Chancen. Doch dann fasste sich SVA-Feinfuß Jannis Reinhardt ein Herz und zog aus rund 25 Metern ab. Der Ball landete schließlich unhaltbar zur 1:0-Führung im linken Winkel (20.) – der Außenseiter war in Führung! „Den mache ich so nicht einmal an der Konsole! Ein absolutes Traumtor!“, adelte Liga-Manager Philipp Mohr den Torschützen und seinen Hammer-Schuss. Der Titelverteidiger hatte so seine Probleme, die Gastgeber hängten sich in ihrer unnachahmlichen Manier mit vollem Einsatz in dieses Duell und gingen schließlich mit dieser Führung in die Kabinen. „Wenn Altengamme dann in Führung geht, funktioniert die Kulisse noch mal mehr. Wir haben uns schwer getan, gerade gegen den Ball Zugriff auf den Gegner zu bekommen. Der Gegentreffer war ein toller Schuss, der nicht zu halten war“, nahm TuS-Coach Richter seinen Keeper Christian Gruhne völlig zu Recht in Schutz.

Der SVA bereitete für „TuS-Mäzen“ Michael Funk einen Strandkorb vor. Foto: Privat

Doch mit dem Wiederanpfiff zeigten die Gäste vom Wendelweg dann ein ganz anderes Gesicht, spielten stärker und zielstrebiger. Bereits nach vier Minuten gelang ihnen in Person von Mattia Maggio das 1:1 (49.). Von nun an spielten vorrangig die Dassendorfer, wurden ihrer Favoritenrolle immer mehr gerecht und drehten durch den 2:1-Treffer von Maximilian Dittrich schließlich das Ergebnis zu ihren Gunsten (69.). Mit dem 3:1 von Henrik Dettmann (86.), ein abgefälschter Schuss über SVA-Keeper Matthias Schwartz, und dem 4:1 vom eingewechselten Muizz Saqib (90. +2) war der Halbfinal-Einzug des Titelverteidigers in trockenen Tüchern. Ganz zur Freude des Coaches. „In der zweiten Halbzeit haben wir mit einer anderen Zielstrebigkeit schnell den wichtigen Anschluss geschafft. Dadurch hatte ich irgendwie keine großen Bedenken mehr. Über 90 Minuten haben wir von der Laufleistung her viel dafür getan, das Spiel zu gewinnen. Am Ende sind wir, finde ich, dann auch der verdiente Sieger“, zog Richter sein Fazit. „Wir haben die Hürde Altengamme genommen. Wir freuen uns nun aufs Halbfinale!“

Dieses Gefühl der Freude hätte sein Gegenüber Jan Krey nach dem 90 Minuten auch gerne verspürt. Seinen Jungs einen Vorwurf machen kann er aber keineswegs. „Die Jungs haben das echt gut gemacht und absolut genossen. Ich bin mega stolz auf sie. Was die geleistet haben – phänomenal!“, lobte der Altengammer Übungsleiter, um anschließend trotz des Pokal-Aus im Viertelfinale noch einmal zu betonen: „Das ist Altengamme, das macht Spaß! Davon möchte ich noch viel, viel mehr.“ Liga-Manager Mohr fügte nach einem „absoluten Gänsehaut-Tag“ an: „Glückwunsch an Dassendorf. Wir haben es einfach nur genossen vor dieser tollen Kulisse!“

SVA: Schwartz; Behr, Scheu, K. Herzberg, Peters (76. Glitza); Voß (68. D. Herzberg), Reinhardt, Bierwagen, Alpen (82. Reimers); Schraub, Heitmann
TuS: Gruhne; Büchler, K. Carolus, Lenz; Hinze, Dettmann, Louca (88. Koops), R. Carolus; Nägele, Dittrich (84. Blohm); Maggio (70. Saqib)

Die weiteren Viertelfinal-Partien im Überblick:
Der VfL Lohbrügge und der Oberligist SC Victoria Hamburg trennten sich am Samstagnachmittag mit 0:1, am Sonntag (31.03.19) treffen die beiden Oberligisten HSV Barmbek-Uhlenhorst und TuS Osdorf aufeinander (14 Uhr, Dieselstraße). Zudem empfängt der Wedeler TSV (Oberliga) am Mittwoch (03.04.19)  den einzigen Regionalligisten im Wettbewerb, Eintracht Norderstedt (17.30 Uhr, Schulauer Straße).