Topspiel-Abend in der Kreisliga 3: Wentorf II weiter Spitze, Hamwarde bleibt nach Sieg beim SVA II dran

Topspiel-Tag in der Kreisliga 3! Am Freitagabend (06.09.19) treten vier der fünf bislang erfolgreichsten Mannschaften aus der Staffel gegeneinander an und kämpfen um wichtige Punkte, um sich von der Konkurrenz abzusetzen. Während es der aktuelle – und ein Stück weit auch überraschende – Spitzenreiter SC Wentorf II mit dem Tabellenzweiten TSG Bergedorf auf dem neuen heimischen Kunstrasen zu tun bekommt, empfängt im Duell der Verfolger der SV Altengamme II (5.) den SV Hamwarde (4.). Der Dritte BFSV Atlantik 97 gab sich zeitgleich im Heimspiel gegen den Vorletzten TuS Aumühle-Wohltorf keine Blöße, siegte mehr als deutlich mit 13:0 und grüßt nun von Platz zwei.

SC Wentorf II – TSG Bergedorf 4:0 (1:0)
Kreisliga 3, 7. Spieltag (Fr., 06.09.19, 19.30 Uhr)

Platz zwei deswegen, weil auch der SC Wentorf II am Freitagabend gegen die TSG Bergedorf gewann – das jedoch ohne die Anwesenheit des Cheftrainers. Ärgerlich, dass es ausgerechnet das Topspiel traf, dürfe sich Andreas Weng gedacht haben: Der Coach fehlte im Duell mit der TSG aus privaten Gründen – und war damit auf der Wentorfer Seite nicht alleine. „Wir haben zwar einen personellen Engpass, aber sind zuversichtlich, das Spiel siegreich zu gestalten“, berichtete der Trainer wenige Stunden vor Spielbeginn. Torhüter Lucas Frehse spielte sogar als Rechtsverteidiger. Neben den Ausfällen der Stammkräfte Marvin Wanagat, Malte Benkert und Marco Theetz passte auch Joel Benett, den es im Sommer aus der eigenen Ligamannschaft in die Zweite gezogen hatte. Der Routinier rutschte an die Seite vom eigentlichen Co-Trainer Christian Kautz und unterstütze diesen gegen die TSG – mit Erfolg, wie auch Weng feststellen durfte. Eigentlich. Denn der Coach sollte laut eigener Aussage per Liveticker, den an diesem Abend Spieler Philipp Müller über die WhatsApp-Gruppe des SCW II übernehmen sollte, auf dem Laufenden gehalten werden. Doch dieser wurde in der Schlussphase eingewechselt und so konnte sein ‚Co‘ Kautz nach dem Sieg mit einem Lächeln im Gesicht ausplaudern: „Er hat uns während des Spiels angerufen, da er keine Nachrichten mehr bekommen hat.“

Das Lächeln im Gesicht hatte Kautz auch, da er seinem abwesenden ‚Chef‘ zeigen wollte, dass „er sich auch mal um die Familie kümmern kann, ohne sich groß Gedanken machen zu müssen“. Der Interims-Chefcoach gab jedoch auch zu: „Das war mein erstes Spiel als Hauptverantwortlicher im Herrenbereich. Ich war nicht deswegen nervös, sondern weil ich Andy (Andreas Weng, Anm. d. Red.) nicht enttäuschen wollte!“ Zwar war das Ergebnis am Ende keineswegs enttäuschend, es hätte jedoch nicht so deutlich ausfallen müssen. „Aus fünf Chancen haben wir vier Tore gemacht“, erklärte Kautz nach Spielende. Diese erzielten Andreas Wahlich (1:0, 28.) in einer Druckphase der TSG, David Bergmann per Doppelpack (2:0, 55. und 3:0, 64.) sowie Jonathan Petersen per Foulelfmeter (4:0, 81.). Doch der Mann des Tages war keiner der Torschützen, sondern Lucas Frehse. Denn der Ersatzkeeper lief als Rechtsverteidiger auf – und überzeugte wie schon in der Vorbereitung auf dieser Position. Grund dafür: Der eigentliche Rechtsverteidiger Mattes Gehrken lief offensiv auf. „Für mich war er heute der beste Mann“, schloss Kautz seine Analyse nach seinem Debüt als Cheftrainer im Herrenbereich. Sein Gegenüber Sven Lemke erklärte kurz und knapp: „Wir haben die ersten 25 Minuten echt gut gespielt, hätten auch führen müssen. Aber dann hatten wir zu viele individuelle Fehler bei den Gegentoren. Weder das knappe Personal noch der super Schiedsrichter zählt hier heute als Ausrede.“

SCW: Liedtke; Frehse, Weidlandt, Petersen, Jeglin; Haunert, Bergmann; Drews (88. Müller), Gehrken, Wahlich (85. Deiß); Tiras (80. Heinrich)
TSG: Kabke; Grünke, Rogala, Maric (70. Dunkel), Schomaker, Regitko; von Loßberg, Pusch, Petersen, Campbell (80. Schulz); Neziri

SV Altengamme II – SV Hamwarde 1:4 (1:2)
Kreisliga 3, 7. Spieltag (Fr., 06.09.19, 19.30 Uhr)

Das Spiel war längst entschieden, da kam es am Gammer Weg zum Höhepunkt des Abends: Nach 85 Minuten feierte Patrick Scharnberg, Spieler des SV Hamwarde, nach mehr als einem Dreiviertel Jahr Verletzungspause aufgrund eines Knorpelschadens sein umjubeltes Comeback. „Das war ein schöner Moment für alle“, erklärte Maxwell Phelps, Trainer des SVH. Doch das war nicht der einzige Grund zur Freude auf Seiten der Hamwarder. Man bezwang den SV Altengamme II deutlich mit 4:1 und überzeugte dabei so gut, dass SVA-Coach Frank Graf nach der Partie trocken feststellen musste: „Ja, das Ergebnis spiegelt auch den Spielverlauf wieder. Sie waren flinker, zweikampfstärker, einfach besser. Wir hingegen sind wohl noch nicht so weit und können uns heute nur bei unserem starken Keeper bedanken.“

Dabei ging sein Team auf heimischem Geläuf sogar in Führung: Nach nur drei Minuten traf Lukas Domin zum 1:0. Doch die Hamwarder kämpften sich zurück, kamen nach einer halben Stunde durch Max Helge Scharnberg zum Ausgleich und gingen kurz vor der Halbzeitpause durch Pascal de Boer sogar in Führung (44.). „Wir haben nach dem Rückstand nicht aufgesteckt und waren dann ganz klar die bessere Mannschaft“, so Phelps, der sich freute, dass sein Team „auch nach der Pause so weitergespielt hat“. So war es erneut Pascal de Boer, der mit seinem Treffer zum 3:1 die Entscheidung herbeiführte (70.). Tjark Schuhhardt erhöhte nach einem Freistoß auf den 4:1-Endstand (77.). Ärgerlich: Sein Sturmpartner Marvin Wollan, der gegen den SVA II zwei Vorlagen gegeben hatte, sah in der Nachspielzeit noch die Gelb-Rote Karte (90.+3). Zum Abschluss hatte der Siegertrainer Phelps noch eine nette Anekdote parat: „Ich hatte am Vortag genau elf Spieler beim Training und genau diese Elf sind auch heute aufgelaufen.“ Und genau diese Elf schien die richtige gewesen zu sein, angesichts des deutlichen Ergebnisses und des Sprungs auf Rang drei.

SVA: Fedgenhäuer; Pernitt (61. Kiesling), Harms, Mahnke (50. Puttfarcken), Cohausz; Duwensee, Pietsch; Domin, Albers, Gronwald; Singelmann (75. Peters)
SVH: Kappmeyer; H. Dähn, Helling, Schuhhardt, Scholz; M. Scharnberg, G. Dähn, A. de Boer, Schulz (80. Hermann); Wollan, P. de Boer (85. P. Scharnberg)