Trotz Stärkung im Schweinske: SVCN lässt beim SC Condor nach Chancenwucher zwei Punkte liegen

Condors Torschütze Incheol Choi (li.) im Zweikampf mit Curslacks Florian Rogge. Foto: Herzog

SC Condor – SV Curslack-Neuengamme 2:2 (1:1)
Oberliga Hamburg, 21. Spieltag (S0., 10.02.19, 11.30 Uhr)

Verlieren verboten hieß es zwischen den Oberligisten SC Condor und dem SV Curslack-Neuengamme am 21. Spieltag für beide Mannschaften. Beide Teams wiesen in der vergangenen Woche in der Vorbereitung gute Ergebnisse auf und trafen nun aufeinander. Während der Tabellensechzehnte SC Condor den Rückstand auf das rettende Ufer verkürzen wollte, galt es für den zwölftplatzierten SV Curslack-Neuengamme, der fünf Punkte Vorsprung auf die „Raubvögel“ hat, den Abstand auf die Abstiegsränge zu vergrößern und den Anschluss an das Mittelfeld nicht zu verlieren. 

Gemeinsames Frühstück sollte die Gäste auf die Siegerstraße bringen

SCC-Keeper Maximilian Richter war ein sicherer Rückhalt für den SC Condor. Foto: Herzog

Um dies umzusetzen, traf sich der SVCN zum gemeinsamen Frühstück vor dieser wichtigen Partie im Restaurant Schweinske um 8.30 Uhr in Farmsen. „Es bot sich einfach an bei dieser frühen Anstoßzeit. Man kennt zudem ja auch seine Spieler. Einige stehen dann um 9.00 Uhr auf, wenn um 10.00 Uhr treffen ist. Dann essen sie mit Glück ein Brötchen unterwegs im Auto und haben dann nichts im Bauch beim Spiel. Dem wollten wir vorbeugen“, erklärte Manager Oliver Schubert. Mit Schweinskes „großer Sause“ sollte also der Grundstein für einen erfolgreichen Mittag gelegt werden. Und diese Maßnahme schien zunächst zu fruchten. In einer Anfangsphase ohne großes Abtasten setzte Sebastian Spiewak den Ball freistehend nach einer Ecke über das Tor (5.). Timo Lenz scheiterte an Condors neuem Schlussmann Maximilian Richter (18.), der in der Winterpause vom Bezirksligisten ETSV Hamburg an den Berner Heerweg gewechselt war. In dieser Phase zeigte Gäste-Kapitän Patrik Papke an, dass es für ihn nicht mehr weiter geht. Eine Wadenverletzung verhinderte ein Weiterspielen und sorgte einen Moment für Desorientierung in der Verteidigung. Hamed Mokhlis verlor den Ball im Aufbauspiel, der ehemalige Curslacker Adrian Sousa legte quer auf Incheol Choi, der Gianluca Babuschkin keine Chance ließ und zur 1:0-Führung verwandelte (27.). Der Spielverlauf war auf den Kopf gestellt. Doch die Curslacker schüttelten sich kurz und übernahmen dann wieder das Geschehen. In der 45. Minute setzte Witalij Wilhelm Mokhlis in Szene – der 1:1-Ausgleich zum Pausenpfiff war mehr als verdient.

Erst vergeben Lenz und Mokhlis kläglich, dann schlägt Bonewald eiskalt zu 

Der ehemalige Curslacker Adrian Sousa (li.) gegen Sebastian Spiewak. Foto: Herzog

Zu Beginn des zweiten Durchgangs drängten die Gäste auf die Führung. Angreifer Lenz schob mutterseelenallein am Tor vorbei (49.), Mokhlis fand im gut aufgelegten Richter seinen Meister (53.). „Wir haben einiges ausgelassen. Wenn wir hier das 2:1 machen, gewinnen wir das Ding definitiv. So mussten wir den Rückschlag aus dem Nichts hinnehmen“, ärgerte sich SVCN-Trainer Mathias Wulff. Und diesen Rückschlag prophezeite Manager Schubert kurz zuvor mit den Worten „das rächt sich noch“ nach den kläglich vergebenen Chancen. Mike Beldzik spielte in der Vorwärtsbewegung einen riskanten Ball. Condors Melvin Bonewald übernahm das Spielgerät und marschierte durch die Mitte ohne attackiert zu werden, guckte Gianluca Babuschkin eiskalt aus und traf zur 2:1-Führung (75.). 

Lenz gleicht prompt aus, Lechler vergibt den Auswärtssieg

War zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft: SCC-Trainer Florian Neumann. Foto: Herzog

Doch die große Freude über die Führung hielt nicht lange bei den Hausherren, da sich der SCC nur 180 Sekunden später auskontern ließ. Lenz konnte im Nachsetzen per Kopf zum 2:2-Endstand ausgleichen, nachdem Richter seinen ersten Versuch per Glanztat parierte (78.). In der Schlussphase kämpfte Condor, angetrieben von ihrem lautstarken Coach Florian Neumann an der Seitenlinie, und hatte Glück, dass der eingewechselte Arnold Lechler zu ungenau abspielte (85.) und in der Nachspielzeit aus zwölf Metern aus halbrechter Position deutlich verzog (90.+2). „Auf Grund der zweiten Halbzeit und der vielen Chancen hätten wir gewinnen müssen. Im ersten Durchgang waren wir nicht so gut im Spiel. Die Gegentore sind bitter und passieren leider“, bilanzierte Curslacks Übungsleiter Wulff.  Sein Gegenüber war in einer ähnlichen Gefühlswelt. „Es fühlt sich an wie eine Niederlage, wenn man zwei Mal in Führung geht. Wenn man allerdings den Spielverlauf betrachtet, kann man sagen, dass man mit dem 2:2 gut bedient ist heute“, resümierte Neumann. Im Hinblick auf den Klassenerhalt äußert sich der SCC-Coach folgendermaßen: „Wenn du als Mannschaft zusammenstehst, Kampfgeist und Teamgeist an den Tag legst, dann bleiben wir mit der Mannschaft, die wir haben, drin!“

SCC: Richter; Vinberg, Dornick (84. Niederstadt), Klammer, Cholevas; Ilic (62. Pahl), Bonewald (80. Vass), Dikenli, Lahmann; Choi; Sousa
SVCN: Babuschkin; Spiewak, Schalitz, Papke (25. Witmütz); Iscan (73. Lechler), Bannasch; Beldzik, Rogge, Wilhelm; Lenz, Mokhlis