TuS Dassendorf: Karikari und Suntic sofort weg – Braun, Koops und Büchler im Sommer

Verteidiger Jeremy Karikari (r.), hier im Zweikampf mit HSV-Stürmer Manuel Wintzheimer, verlässt die TuS Dassendorf per sofort. Foto: Herzog

Sportlich ist bei der TuS Dassendorf nach anfänglichen Startschwierigkeiten wieder alles im Lot. Als Tabellenführer der Oberliga Hamburg und als eines der verbleibenden acht Teams im ODDSET-Pokal verabschiedete sich die TuS in die Winterpause. Doch am Wendelweg läuft nicht alles rund. Neben dem ständigen und lästigen Thema um den Lehrgang von Trainer Elard Ostermann, der nach dieser Saison den Serienmeister verlässt und von Jean-Pierre Richter beerbt wird, haben die Dassendorfer vor allem mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Allen voran in der Defensive drückt der Schuh.

Vize-Kapitän Joe Warmbier wird in dieser Saison der TuS nicht mehr helfen können. Foto: Herzog

Bereits im ersten Punktspiel der aktuellen Oberliga-Spielzeit riss sich Außenspieler Finn Thomas das Kreuzband, den Innenmeniskus und das Innenband. Doch damit nicht genug. Am vierten Spieltag dann der erneute Schock. Leistungsträger und Vize-Kapitän Joe Warmbier erlitt im Spiel bei Altona 93 einen Kreuzband- sowie einen Außenmeniskusriss. Doch bei den beiden Langzeitverletzten scheint wieder Licht am Endes des Tunnels zu sein. „Joe (Abwehrspieler Joe Warmbier, d. Red.) wurde vor zehn Tagen noch einmal operativ Gewebe entfernt, der startet zur Saisonvorbereitung wieder durch. Der fehlt wirklich überall! Finn (Finn Thomas, d. Red.) ackert jeden Tag für sein Comeback. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir ihn diese Saison noch auf dem Platz sehen“, blickt Dassendorfs Liga-Manager Alexander Knull voraus.

Zwei Spieler, die sie auf dem Platz hingegen – zumindest im „Dasse“-Trikot – nicht wiedersehen werden, sind Danijel Suntic und Abwehrspieler Jeremy Karikari. Damit ist das Fiasko in der Defensive perfekt. „Jerry (Jeremy Karikari, d. Red.) zieht per sofort zu seiner Partnerin nach Osnabrück. Das ist natürlich ein schwerer Schlag, da wir auch keine Vorlaufzeit hatten und es im Winter generell sehr schwierig ist, entsprechenden Ersatz zu finden“, erklärt Knull den Engpass in der Abwehr. Jeremy Karikari sorgte mit seinem Doppelpack im Finale des ODDSET-Pokalwettbewerbs gegen den Niendorfer TSV nicht nur für den Pokalsieg, sondern beförderte die Dassendorfer auch in den DFB-Pokal, wo sie in der ersten Runde nur denkbar knapp mit 0:1 am Zweitligisten MSV Duisburg scheiterten. Damit stehen der TuS mit Rinik Carolus, Marcel Lenz, Tristan Koops, André Rokita und Linus Büchler noch fünf etatmäßige Abwehrspieler zur Verfügung. Ebenso wie Karikari zählt auch Danijel Suntic ab sofort nicht mehr zum Aufgebot. „Sunti (Danijel Suntic, d. Red.) verhandelt mit zwei Vereinen aus der Oberliga. Ob noch mehr Vereine im Topf sind, weiß ich nicht“, betont Knull. Damit umfasst der Kader des Spitzenreiters aktuell 20 Spieler, darunter zwei Torhüter, 16 gesunde Feldspieler und die beiden Langzeitverletzten Warmbier und Thomas.

Liga-Manager Alexander Knull: „Wir suchen Spieler, die zu uns und unserer Dasse-DNA passen.“

Torwart Tobias Braun verlässt die TuS im Sommer. Foto: Herzog

Damit sehen die Verantwortlichen um Liga-Manager Knull und den Sportlichen Leiter Jan Schönteich eventuellen Handlungsbedarf für den Winter. „Ein bis zwei Spieler würden wir schon gerne noch verpflichten. Aber wenn sich nichts passendes ergibt, dann machen wir lieber nichts, als irgendwen zu holen, der nicht bei drei auf den Bäumen ist“, erklärt Knull, um das Anforderungsprofil für Neuzugänge genauer zu definieren. „Wir suchen langfristig und in der Regel nicht nur für sechs Monate. Und wir suchen Spieler, die zu uns und unserer Dasse-DNA passen. Wir bekommen täglich Bewerbungen aus der ganzen Welt, die Dasse als Sprungbrett zu Juventus Turin sehen. Die dürfen gerne durch eine andere Tür gehen“, erläutert der Liga-Manager.

Sollte im Winter nichts mehr gemacht werden, wird im Sommer aber vermutlich ordentlich am Dassendorfer Personalkarussell gedreht. Denn neben den beiden Abgängen, die den Wendelweg per sofort verlassen, gibt es drei weitere Akteure, die der TuS im Sommer den Rücken kehren. Defensivspieler Linus Büchler, Keeper Tobias Braun und Eigengewächs Tristan Koops werden über die aktuelle Saison hinaus nicht mehr zum Kader des amtierenden ODDSET-Pokalsiegers zählen. „Linus (Linus Büchler, d. Red.) und Tobi (Torwart Tobias Braun, d. Red.) haben zwar noch Verträge bis 2020, haben uns aber um Auflösung im Sommer gebeten, da sich bei beiden beruflich neue Dinge entwickelt haben und der Aufwand für die Oberliga zu groß geworden ist. Trissi (Tristan Koops, d. Red.) hat vor einiger Zeit sein Heimatdorf Dassendorf verlassen und ist nach Hamburg gezogen. Sowohl privat als auch beruflich kann und will er den Aufwand leider nicht mehr leisten“, begründet Knull die drei Abgänge im Sommer, die dem bisher einzigen Sommer-Neuzugang, Len Aike Strömer kommt vom SC Victoria Hamburg (s. Transferticker), gegenüber stehen.