Vier Keeper, vier Ausfälle: SCS rekrutiert Lucas Scheunemann – und holt einen Punkt am Spieker

Der Ersatz-Schlussmann Lucas Scheunemann (Mi.) mit Moritz Leibold (li.) und Tom Bleck. Foto: Leibold/SCS

SC Vier- und Marschlande – SC Schwarzenbek 1:1 (1:0)
Bezirksliga Ost, 21. Spieltag (So., 10.03.19, 15.00 Uhr)

Einige Amateurvereine aus unserem Verbreitungsgebiet wären heilfroh, wenn sie wenigstens zwei Torhüter regelmäßig im Training und bei den Punktspielen zur Verfügung hätten. Da befindet sich der SC Schwarzenbek hingegen in einer echten Luxussituation. Gleich fünf (!) Keeper sind in der Kader-Auflistung auf der Vereinshomepage des Tabellenzwölften der Bezirksliga Ost zu finden. Doch die Begegnung am Sonntag beim SC Vier- und Marschlande verpassten die Schlussmänner allesamt – wenn auch aus verschiedenen Gründen.

SCS rekrutiert Lucas Scheunemann – Reinke: „Er war überragend!“

Einer von ihnen kam für einen Einsatz gegen den SCVM schonmal ohnehin nicht in Frage: Moritz Leibold darf noch nicht auflaufen, da der 17-Jährige ob seines Alters erst ab Sommer spielberechtigt ist. Der Jungkeeper kam im Winter von der A-Jugend-Oberliga des SV Nettelnburg/Allermöhe. Der Ausfall von Tom Bleck – der 19-Jährige kam, ebenfalls im Winter, vom VfB Lübeck II – stand aufgrund seines Schweden-Urlaubs ebenso schon länger fest wie der ebenfalls im Urlaub weilende Florian Hansen. Da auch Maxi Huhn verletzungsbedingt ebenfalls ausfallen sollte, stand einen Tag vor dem Auswärtsspiel in den Vierlanden lediglich Arne Mangels (beendet seine Liga-Karriere im Sommer) zur Verfügung. Doch auch der erfahrene Torhüter musste passen, meldete sich einen Tag vor dem Auftakt ins Pflichtspieljahr 2019 krankheitsbedingt ab. Die kurzfristige Idee der SCS-Offiziellen um Trainer Sven Reinke: Die Rekrutierung des Ex-Ligakeepers und aktuellen Torwarttrainers Lucas Scheunemann.

„Es war schon relativ früh klar, dass ich wohl auf die Bank muss. Dass ich spiele, stand erst am Samstag fest. Ich hatte mich zum Glück in der vergangenen Woche sicherheitshalber darauf vorbereitet und mit trainiert“, erklärte der kurzfristig eingesetzte Schlussmann. Und dieser Coup sorgte am Ende dafür, dass der SC Schwarzenbek mit einem Punkt im Gepäck aus den Vierlanden zurück in die Europastadt reiste. „Luci (Lucas Scheunemann, d. Red.) hat ein überragendes Spiel gemacht – und das nach einer so langen Pause!“, lobte Reinke seinen Ersatz-Schlussmann, der für den SCS in den Landesliga-Zeiten zwischen den Pfosten stand. Auf dem engen Kunstrasen am Spieker, auf den das Spiel ob des schlechten Wetters bereits vor Wochen verlegt worden war, wollte der SCS die individuell starken Gastgeber nicht in das Kombinieren kommen lassen. Hohes Anlaufen war die Folge. Der SCVM kam somit lediglich über Standards und weite Einwürfe zu guten Gelegenheiten – und nur dank eines Ausrutschers in der Schwarzenbeker Abwehrreihe zum 1:0-Führungstreffer durch Moritz Kühn (37.).

SCS gleicht in der Schlussphase aus – Reinke verärgert: „Es wäre ein Dreier drin gewesen.“

Dennis Stange erwischte ebenfalls einen Glanztag. Archivfoto: Herzog

Nach dem Wiederanpfiff hatte dann auch der SCS vermehrt den Ball, kam jedoch nicht zu klaren Torchancen. Erst nachdem Reinke und sein Trainerteam nach 75 Minuten auf eine Doppelspitze umstellten, sollte der Ausgleich gelingen. Erst wurde ein Abseitstor noch zurückgepfiffen. Doch in Minute 85 war der eingewechselte Christian Deglow zur Stelle und schob zum viel umjubelten 1:1 ein. Im Anschluss vergab Kapitän Viktor Schner noch eine gute Gelegenheit (89.), sodass es letztlich beim Unentschieden blieb – und das zum Ärger von SCS-Trainer Reinke. „Vor dem Spiel hätte ich den Punkt sofort unterschrieben. Nach dem Spiel und den Chancen in den letzten Minuten wäre ein Dreier drin gewesen“, wertete der Coach, der sich auch bei seinem Schlussmann Scheunemann bedanken konnte. „Es war immer klar, dass wenn der sehr unwahrscheinliche Fall von vier Ausfällen eintreten sollte, ich die Mannschaft unterstützen werde“, so der 26-Jährige selbst. „Ich wäre ohnehin als Zuschauer mit dabei gewesen.“

Das hätten sie auf Seiten des SCVM angesichts der starken Leistung Scheunemanns sicher befürwortet. Olaf Stegmann, der Sportliche Leiter der Vierländer, war froh, auch in den eigenen Reihen einen starken Rückhalt gehabt zu haben: „In der ersten Hälfte waren wir klar besser und sind auch verdient in Führung gegangen. Schwarzenbek kam dann besser aus der Halbzeit. Am Ende konnten wir froh sein, dass auch wir in Dennis Stange einen Keeper zwischen den Pfosten hatten, der einen Glanztag erwischte und uns den Punkt gerettet hat!“

SCVM: Stange; Schneider, Johannsen, Busch, M. Timmann (75. Wysokinski); Bultmann; Sievers, Kunkel, Oldag, Kühn; Kehr
SCS: Scheunemann; Nowak, Ohle, Nossek; Dinnebier (70. Krebs), Hanich (55. Kuß), Wolf, Schner; Johns, Melsbach (82. Deglow), Sen