Viertelfinal-Sensation bleibt aus! Lohbrügge unterliegt Vicky knapp – Kohpeiß mit Tor des Tages

VfL-Keeper Alen Brandic, der in mehreren Szenen weit vor seinem Tor agierte, in einem Zweikampf gegen Vickys Jan Luka Segedi. Foto: Herzog

VfL Lohbrügge – SC Victoria Hamburg 0:1 (0:0)
ODDSET-Pokal, Viertelfinale (Sa., 30.03.19, 15.00 Uhr)

„Alles geben, die Sensation schaffen und den großen ärgern“. Unter diesem Motto wollte der VfL Lohbrügge den ambitionierten Oberligisten SC Victoria Hamburg aus dem Pokal werfen. Die positive Anspannung war vor dem Anstoß jedoch bei beiden Teams zu spüren. Victoria-Pressesprecher Matthias Reß sagte: „Bei uns kann man niemanden mehr ansprechen. Alle sind sehr fokussiert und haben richtig Bock auf dieses Spiel!“ Dass auch die Hausherren „Bock“ hatten, zeigte sich auch auf der Tribüne. Mit einer Trommel um den Hals gab der aktuell verletzte Robert Pallasch den Takt vor und peitschte seinen VfL nach vorne. Bereits nach vier Minuten schien dies zu wirken, als der stark aufspielende Sandjar Ahmadi Angreifer Oguzhan Gencel mit einem langen Ball in die Tiefe schickte. Nicht lange gefackelt und abgezogen, musste SCV-Keeper Dennis Lohmann parieren.

VfL mit Achtungserfolg zur Pause – Brandic: „Wir haben Vicky überrascht!“

Der verletzte Robert Pallasch trommelte seinen VfL lautstark an. Foto: Herzog

Der VfL lief, was das Zeug hielt und verhinderte so ein klares Aufbauspiel der Gäste. Erst nach elf Minuten kam Vicky zur ersten Chance: Dennis Bergmann umkurvte etwa 30 Meter vor dem Tor den heraus eilenden Alen Brandic, verzog aber deutlich neben das Tor. Danach verpufften sämtliche Angriffe auf beiden Seiten, es wurde ein echter Pokalfight und es wurde um jeden Rasenzentimeter zwischen den beiden Strafräumen gekämpft. Zur Pause also ein 0:0 und somit ein Achtungserfolg für die Lohbrügger, die mit Applaus von den 210 zahlenden Zuschauern am Binnenfeldredder in die Kabine begleitet wurden. „Von Strafraum zu Strafraum war richtig Tempo in Halbzeit eins. Ich glaube, wir haben Vicky mit unserer Spielweise überrascht“, gab VfL-Torwart Brandic später zu Protokoll. Überrascht dürften viele der Anwesenden definitiv gewesen sein, da kein Klassenunterschied zu sehen war.

Nach dem Pausentee wurde es laut an der Gästebank. Nicht, weil ein Torschrei auf den Lippen lag, sondern weil Co-Trainer Marius Ebbers sich mächtig aufregte. Julian Schmid hatte in aussichtsreicher Position versucht, Javad Gurbanian einen Beinschuss zu verpassen, vertändelte aber den Ball. „Eben noch angesprochen in der Kabine und jetzt wird es trotzdem gemacht. Das Getunnel geht mir auf die Eier!“, meckerte Ebbers lautstark. Im weiteren Spielverlauf gab es keinen Unterschied zu Halbzeit eins. Das Tor des Tages fiel dann wie aus dem Nichts. Ein langer Ball ins Abwehrzentrum sorgte für Desorientierung bei den Lohbrüggern. Der Ball tippte einmal auf, Angreifer Klaas Kohpeiß war als erster zur Stelle und drosch den Ball unhaltbar an Brandic vorbei zum 1:0 ins Netz (67.). Kurz darauf hatte Kohpeiß die Chance auf die Entscheidung, aber der Ball touchierte lediglich den Außenpfosten (69.). Sturmkollege Bergmann scheiterte zudem in der 90. Minute an Brandic. Das war es dann mit den Chancen und Toren, es blieb beim 0:1 aus Sicht der Lohbrügger – die Schlussoffensive gab es nicht. In der sonst hart aber fair geführten Partie ließ sich Dennis Bergmann zu einem Schubser hinreißen und sah die in der Nachspielzeit noch die Ampelkarte (90.+4).

Kein vorzeitiges Geschenk für Lohbrügges Mato Mitrovic

Vickys Kohpeiß traf zum Tor des Tages. Tom Wohlers (Nr. 9) jubelte mit ihm. Foto: Herzog

„Wir haben es sehr lange offen gehalten und sehr gut gegengehalten. Eine Situation hat Vicky dann gereicht, die haben sie dann eiskalt genutzt. Ich kann meiner Mannschaft nichts vorwerfen. Wir haben uns wie Männer verkauft und werden jetzt weiter Gas geben in den nächsten Spielen“, erklärte Elvis Nikolic, neben Sven Schneppel die eine Hälfte des Lohbrügger Trainer-Duos. Während Nikolic schon auf die nächsten Wochen und den möglichen Aufstieg in Hamburgs höchste Spielklasse blickte, war dies für Schlussmann Brandic noch nicht möglich. „Das ist jetzt schwer. Zwei Tage brauche ich auf jeden Fall. Und ab Montag geht es wieder weiter. Wir wollten natürlich auch für Mato (Sportlicher Leiter Mato Mitrovic feiert am Sonntag (31.03.19) seinen 50. Geburtstag, d. Red.) gewinnen, leider hat es mit dem vorzeitigen Geschenk nicht so geklappt.“ Auf der anderen Seite waren sie einfach nur froh, dass das Kapitel Lohbrügge positiv gestaltet wurde. Kapitän Felix Schuhmann: „Wir haben uns vorgenommen, uns dem Platz anzupassen und das ist uns gelungen. Am Ende fragt keiner mehr, wie wir gewonnen haben. Hauptsache wir sind weiter. Das Ziel ist jetzt natürlich klar und wir freuen uns auf das Halbfinale!“

VfL: Brandic; Santelmann, Hamdan, Bozic, Ahmadi; Arlovic, Gurbanian (67. Walter, 84. Betzin), Petrekovic-Loncar (78. Vidovic), Hafiz; Zivkovic; Gencel
SCV: 
Lohmann; Schmid, Petzschke, Ermisch, Schuhmann; Richter, Monteiro Branco (90. Ernst), Stegmann; Bergmann, Kohpeiß (80. Borck), Segedi (66. Wohlers)