„Volle Kanne jetzt!“: Niendorfer TSV besiegt die TuS Dassendorf mit 3:1 – TuS verliert zwei Spieler

Evailton Braima Martins (mi.) erzielte kurz nach seiner Einwechslung das 3:1 und feierte ausgelassen mit seinen Teamkollegen. Foto: Herzog

TuS Dassendorf– Niendorfer TSV 1:3 (0:1)
Oberliga Hamburg, 34. Spieltag (Di., 30.04.2019, 19.00 Uhr)

Es lief die 94. Spielminute im Spiel der TuS Dassendorf gegen den Niendorfer TSV. Die Mienen der TuS-Offiziellen um Jan Schönteich, Alexander Knull und Trainer Jean-Pierre Richter wirkten beim (noch) amtierenden Meister und ODDSET-Pokalsieger TuS Dassendorf ratlos – und vor allem enttäuscht. Mit 1:3 musste man sich in der vorgezogenen Partie des 34. Spieltags geschlagen geben. Aber nicht nur das wirkte wie ein Tiefschlag. Zu allem Überfluss aus Sicht der Gastgeber hatte sich Marcel Lenz kurz vor Abpfiff verletzt und musste in der Schlussminute ausgewechselt werden – ein rüdes Einsteigen von Oliver Doege war der Auslöser. Und Kristof Kurczynski sah nach seinem zweiten Foul noch die Ampelkarte in der Nachspielzeit. Ein gebrauchter Abend könnte man meinen – dabei fing es im vorletzten Heimspiel der laufenden Saison so gut an für die Hausherren.

Dassendorf scheitert mehrfach, Utcke stellt das Spiel auf den Kopf

Henrik Dettmann war in der 8. Minute über rechts durch und servierte perfekt für Rinik Carolus, der jedoch den Ball in Richtung „Dassendorfer Gehölz“ drosch. Nur 120 Sekunden später probierte sich Sven Möller aus etwa 50 Metern, doch der stark aufgelegte Gäste-Schlussmann Marcel Kindler ließ sich nicht düpieren. Danach verflachte die Partie etwas. Niendorf verschob gut, spielte teils mit einer Fünferkette – wenn die Dassendorfer anliefen. „Wir wussten, dass Dassendorf spielstark ist und richtig viel Druck machen wird. Da musste das Mittelfeld ordentlich mitarbeiten und dann kommt es auch mal zu einer Fünferkette, aber wir wollten uns nicht unbedingt hinten reinstellen“, erklärte Niendorfs Kapitän Adam Benn die Strategie. Die Gastgeber versuchten daher die Kette zu überspielen, was ihnen aber oft misslang. In Minute 32 klingelte es dann: Allerdings im Tor der Hausherren. Dassendorfs Mattia Maggio hatte soeben eine hundertprozentige liegen gelassen, da kam Marvin Karow auf der Gegenseite auch schon zum Schuss aus 25 Metern. Dettmann fälschte ab, das Leder landete bei Kilian Utcke, der sich nicht zwei Mal bitten ließ und letztlich zur 1:0-Führung einschob. Die TuS wollte noch vor der Pause den Ausgleich, doch weder Pascal Nägele, noch Maximilian Dittrich konnten Kindler überwinden (44.).

Offener Schlagabtausch im zweiten Abschnitt

Zu Beginn des zweiten Durchgangs hatten die Gastgeber eine Doppelchance zu verbuchen: Erst scheiterte Lenz am stark parierenden Kindler (46.), dann half den Gästen der Querbalken nachdem Amando Aust geköpft hatte (47.). Doch auch Niendorf spielte nun klasse mit. TuS-Keeper Christian Gruhne hielt zwei Mal glänzend gegen Leon Meyer (55., 57.) und sah dann, wie ein Spielzug über Dittrich, Maggio und Möller, den Letztgenannter zum 1:1-Ausgleich verwertete, zum Erfolg führte (59.). Doch angetrieben von ihren sehr engagierten Trainern um Chefcoach Ali Farhadi, spielte NTSV-Akteur Doege einen herrlichen Pass auf Meyer, der Gruhne ins Leere rutschen ließ und zur erneuten Gästeführung ins verwaiste Tor vollendete (64.). Nun waren wieder die „Wendelwegler“ an der Reihe, scheiterten jedoch in Person von Nägele und Marcel von Walsleben-Schied erneut an Kindler (67., 73.). Statt 2:2 kam es sogar noch „dicker“ für den Meister: Der eingewechselte Evailton Braima Martins, der von Niendorf Co- und Torwart-Trainer Jörg Steinbach mit den Worten „Volle Kanne jetzt!“ auf das Feld geschickt wurde, nickte zum 3:1 ein und sorgte für ausgelassenen Jubel bei allen Niendorfern (77.).

„Unser Plan ist heute auf jeden Fall aufgegangen. Da morgen frei ist, werden die Jungs sicherlich heute noch feiern gehen“, freute sich NTSV-Kapitän Benn nach dem Abpfiff. Anders war die Gemütslage bei Dassendorfs Trainer Jean-Pierre Richter. „Wir hatten eine Vielzahl an Lösungsansätzen gehabt, sind oft genug vor das Tor gekommen aber haben dann die Bälle nicht verwertet. Der Gegner hat das konsequent ausgenutzt. So ein Spiel musst und darfst du nicht verlieren. Im Endeffekt haben wir nicht nur die Punkte verloren. Sondern gesundheitsbedingt einen Spieler und mit Gelb-Rot auch noch einen weiteren Akteur verloren. Insgesamt gab es heute mehr negative Aspekte als Positive“, resümierte „JPR“ sichtlich niedergeschlagen. Die TuS steht bei vier ausstehenden Spielen (HSV Barmbek-Uhlenhorst (H), TSV Buchholz 08 (A), HEBC (A), SV Curslack-Neuengamme (A)) mit 61 Punkten auf dem vierten Tabellenplatz und hat elf Punkte Rückstand auf Tabellenführer Altona 93 (72). Der Niendorfer TSV belegt den fünften Rang (58) und trifft noch auf Teutonia 05 (H), Meiendorf (A) und HEBC (H).

TuS: Gruhne; Büchler (58. Kurczynski), Aust, Lenz (90. Louca), Carolus; Möller, Dettmann; Dittrich, Möller, Hinze; Maggio (69. von Walsleben-Schied)
NTSV: Kindler; Speck (80. Merkle), Benn, Krüger, Agdan; Afsin (57. Stannis), Karow, Thiessen, Doege; Meyer, Utcke (70. Martins)

Eine Bildergalerie von Maurice Herzog: