Voran Ohe hat die Chancen, Bramfeld macht die Tore und gewinnt: „Wir sind wieder im Geschäft.“

Voran Ohes Martin Schröder (li.) ist eher als Bramfelds Torschütze Nick Mohr am Ball. Archivfoto: Herzog

Bramfelder SV – FC Voran Ohe 3:1 (1:1)
Landesliga Hansa, 22. Spieltag (Fr., 15.03.19, 19.00 Uhr)

Zweiter gegen Vierter! Bramfelder SV gegen den FC Voran Ohe! An der Ellernreihe zu Bramfeld stand am Freitagabend (15.03.19, 19.00 Uhr) vor 103 Zuschauern eines der beiden Topspiele – eine halbe Stunde später empfing der Tabellenführer Hamm United FC den drittplatzierten VfL Lohbrügge – in der Landesliga Hansa auf dem Programm. Nach einem ruhigen Beginn, in dem beide Mannschaften abwartend agierten, entwickelte sich mit der Zeit eine temporeiche Partie, in der vor allem die Gäste durch ihr Pressing zu einigen Gelegenheiten kamen. Doch die erste Chance sollten die Gastgeber durch Robin Polzin haben (3.). Marco Pflug hatte drei Minuten später dann für Voran Ohe die erste Gelegenheit. Fünf Zeigerumdrehungen später klingelte es zum ersten Mal. Nach einem Angriff über mehrere Stationen und einer maßgenauen Flanke von Christopher Skalnik auf den Kopf von Nick Mohr, nickte Letzterer den Ball zur 1:0-Führung für die Hausherren ein (11.). Von diesem Rückschlag zeigten sich die Gäste jedoch wenig beeindruckt und hatten durch einen Heberversuch von Marc Ohl wenig später die Ausgleichschance. Doch BSV-Schlussmann Torben Rehnert fing die Kugel vor der Linie ab (19.).

Acht Minuten später war der Bramfelder Torhüter aber machtlos und musste den Oher Ausgleichstreffer hinnehmen: Nach einem Zuspiel von Jens Schenkenberg spielte Robin Woost einen ansehnlichen Pass auf den startenden Marco Braesen, der vor dem herauslaufenden Rehnert an den Ball kam und zum 1:1 vollendete (27.). Kurze Zeit später mussten beide Teams verletzungsbedingt wechseln. Bramfelds Torschütze Nick Mohr (Sprunggelenk), der schon angeschlagen in die Partie ging, musste den Platz verlassen und wurde durch Patrick Lüth ersetzt (36.). Auf Seiten des FCVO kam Ilja Gassmann für Phillip Lang (Oberschenkel) in die Partie (38.). Außer einem harmlosen Kopfball von Marcel Perz passierte vor der Pause nichts mehr (40.). Zu Beginn des zweiten Abschnitts mussten die Oher erneut wechseln: Kapitän Daniel Walek (Wade) blieb in der Kabine, Sebastian Kaufmann übernahm. Und Kaufmann musste mit ansehen, wie die Hausherren gleich eine große Möglichkeit zur Führung hatten. Doch Robin Polzin brachte den Ball freistehend vor FCVO-Keeper Michél Thomä nicht über die Linie (53.).

Marco Braesen und Marc Ohl lassen die Führung liegen – Robin Polzin trifft doppelt

In der Folge waren es nun die Oher, die die Führungsmöglichkeiten hatten. Besonders Marco Braesen und Marc Ohl spielten sich in den Vordergrund und hatten beste Gelegenheiten. Doch entweder zielte Braesen knapp vorbei (61.), Ohl verpasste den Ball nur knapp oder Braesen köpfte über das Bramfelder Gehäuse (65., 69.). In dieser Phase waren die Männer von Rainer Seibert klar spielbestimmend und hatten die Führung auf dem Fuß. Doch erneut Braesen und Ohl brachten das Spielgerät nicht im Gehäuse der Gastgeber unter (73., 75.). Und so kam es, wie es kommen musste und die Bramfelder, die von Carsten Henning und Mirko Schulz trainiert werden, gingen in Front – und das dank großer Mithilfe des Schiedsrichters: Bramfelds Lüth wollte den Ball mit der Hacke an Ohes Jens Schenkenberg vorbei spielen. Doch das Spielgerät prallte von Lüths Hacke aus kurzer Distanz an die Hand von Schenkenberg. Zum Oher Entsetzen zeigte Schiedsrichter Gerrit Breetholt (GW Eimsbüttel) auf den Elfmeterpunkt. Den folgenden Strafstoß verwandelte BSV-Stürmer Polzin flach ins linke Eck zur – in diesem Zeitpunkt – schmeichelhaften 2:1-Führung (78.). Von diesem Schock erholten sich die Seibert-Schützlinge nicht mehr. Vier Minuten vor dem Ende ließ der Tabellenzweite durch Polzin und Perz noch eine Doppelchance liegen (86.), ehe 180 Sekunden später Robin Polzin nach einem schönen Konter und toller Vorarbeit von Marcel Perz zum 3:1-Endstand einschob (89.).

Seibert sauer: „Das geht so nicht. So etwas macht man einfach nicht. Das ist ein Unding!“

„Die bessere Mannschaft hat heute verloren. Das muss man ganz klar sagen. Nach den ersten 15 Minuten waren wir die ganz klar bessere Mannschaft“, resümierte FCVO-Trainer Rainer Seibert, der sich über die Entstehung des spielentscheidenden Elfmeters mächtig aufregte. „Das geht so nicht. So etwas macht man einfach nicht. Das ist ein Unding! Der Ball springt Jens Schenkenberg aus einem Meter an die Hand. Wo soll die Hand denn hin? Das ist wirklich bitter. So etwas darfst du nicht pfeifen“, polterte Seibert, der seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen konnte. „Die Niederlage tut mir leid für die Mannschaft. Es gibt keinen Grund für Kritik. Ich bin sehr stolz auf die Truppe. Das Einzige, was wir heute bemängeln müssen, ist, die Chancenverwertung. Wir hätten das Spiel viel früher entscheiden müssen“, erklärte der Übungsleiter.

Die Gefühlslage bei seinem Gegenüber war eine ganz andere. „Wir sind sehr zufrieden, haben den Rückstand auf Hamm United auf zwei Punkte verkürzt (nach der 1:4-Niederlage von Hamm United (52 Punkte) gegen den VfL Lohbrügge hat der BSV (50) den Abstand auf den Tabellenführer verringert, d. Red.) und sind wieder im Geschäft“, freute sich Carsten Henning nach dem Sieg. „Wir haben verdient gewonnen, weil wir drei Tore erzielt haben und der Gegner nur eins. Wir sind gut ins Spiel gekommen und auch verdient in Führung gegangen. Wir haben unsere Heimstärke unterstrichen und den zweiten Platz gefestigt. Darüber freuen wir uns sehr“, bilanzierte Henning zufrieden, der im Gegensatz zu Seibert den Elfmeterpfiff nachvollziehen konnte. „Aus unserer Sicht war das ein berechtigter Elfmeter“, betonte der Coach abschließend, ehe er sich mit den Worten „Wir haben jetzt ein schönes Wochenende und können gut in die nächste Woche starten“ verabschiedete.

BSV: Rehnert; Lüdemann, Remark (67. Bahn), Westpahl, Skalnik; Mellmann, Stoppel; Perz, Müller (86. Sadownik), Mohr (36. Lüth); Polzin
FCVO: Thomä; Schenkenberg, Walek (46. Kaufmann), Gläser, Lang (38. I. Gassmann); Schröder, Pflug; Bressel (79. Andersson), Woost, Ohl; Braesen