Wentorfs Trainer Slavec Rogowski feiert Derbysieg gegen Börnsen auf der Konfirmation seines Sohnes

Wentorfs Marc Mauersberger (li.) traf kurz vor Ultimo gegen den SV Börnsen zum 3:2-Endstand. Foto: Vahlendieck

SV Börnsen – SC Wentorf 2:3 (2:2)
Bezirksliga Ost, 28. Spieltag (Sa., 11.05.19, 15.00 Uhr)

Als sich der Reporter gerade mitten im Gespräch mit Slavec Rogowski befand, unterbrach der Trainer des SC Wentorf das Telefonat für einen kurzen Moment. „Ich muss einmal schnell meine Spieler begrüßen. Die wollen noch ein paar Bier von mir haben“, berichtete der Coach kurze Zeit später. Soeben kamen die Wentorfer Akteure Felix Thiede und Martin Floredo auf der heimischen Sportanlage an. Und die beiden SCW-Kicker hatten allen Grund zur Freude: Nur etwa eine Stunde zuvor siegten sie mit ihrem Team im Bezirksliga-Derby beim Nachbarn SV Börnsen knapp mit 3:2 – und hatten sich das Sieger-Bier nach dem fünften Sieg in Folge somit mehr als verdient! Ihr Trainer und „Bierspender“ Rogowski hingegen verpasste es, den Erfolg live vor Ort mitzuerleben. Und das aus einem sehr guten Grund.

„Ich bin zwar Trainer, aber gleichzeitig auch der größte Fan!“

Börnsens Martin Bitterkleit spielt den Ball. Jan Stegen (Nr. 11) steht davor. Foto: Vahlendieck

Der Übungsleiter feierte nämlich zeitgleich zum Auswärtsspiel die Konfirmation seines 14-jährigen Sohnes Levy. Doch nicht etwa in einem Restaurant oder daheim, sondern – wie es zu dem fußballverrückten Rogowski eben passt – im Vereinsheim seines SCW. Mit Freunden und Familie genoss er das Grillbuffet zu Ehren seines Sohnes, der – wie kann es bei diesem Vater anders sein – in der C-Jugend des SCW in der Oberliga kickt. „Ich hatte sogar Vereinskleidung mit und überlegt, noch schnell zum Spiel rüber zu fahren. Aber dann habe ich mich natürlich dafür entschieden, den Tag mit meiner Familie zu verbringen“, erklärte Rogowski, der über „fünf Liveticker gleichzeitig“ stets auf dem laufenden gehalten wurde. Zudem telefonierte der Coach nahezu durchgehend mit Michael von Osten, einem ehemaligen Wentorfer Vereinsoffiziellen. „Er hat für mich den Radioreporter gemacht. Ich bin währenddessen dauerhaft auf dem Rasenplatz hier bei uns hin und her gelaufen“, so Rogowski. „Ich bin zwar Trainer, aber gleichzeitig auch der größte Fan!“

Und was der „Fan“ von seinem Informanden zu hören bekam, machte ihn vor allem in der Anfangsphase mehr als glücklich: Sein SCW startete am Hamfelderedder mehr als erfolgreich. Nach neun Minuten war es Börnsens Innenverteidiger Martin Bitterkleit, der den Gästen per Slapstick-Eigentor die Führung bescherte. SCW-Flügelflitzer Robert Renner legte kurz darauf zum 2:0 nach (16.). „Da hatte ich schon düstere Erinnerungen an das Hinspiel“, gab Börnsens Trainer Dennis Tesch Einblicke in seine Gefühlswelt. In diesem hatte sein Team sang- und klanglos mit 0:5 verloren. „Wentorf hatte sogar die Chance zum 3:0.“ Doch im Rückspiel kämpfte sich der SVB zurück – und zum Ausgleich! Philipp Rössing traf per Freistoß zum 1:2 (23.), Frank Lüdemann zum 2:2 (26.), das auch gleichzeitig der Halbzeitstand war.

Später Siegtreffer durch „Maui“ beschert dem SCW die „Hollywood-Story“

Nach dem Wiederanpfiff präsentierten sich die Gastgeber ein wenig besser als das gegnerische Team. Zu der Führung reichte es allerdings nicht. „Wentorf hat auf unsere Fehler gelauert“, so Tesch, der anschließend zugeben musste, dass sie dem Gegenüber „diesen Wunsch auch erfüllt“ haben: Wentorfs Kapitän Marc Mauersberger, der mit seinen nun 21 Treffern gleichzeitig auch der beste Torjäger der Bezirksliga Ost ist, traf in der 87. Minute zum 3:2 – der fünfte Sieg in Serie war perfekt, der SCW ist in der Rückrunde damit weiterhin ungeschlagen und grüßt vom zweiten Tabellenplatz in der Rückrundentabelle – vom Dritten im Gesamttableau. „Wir haben vor der Saison viel Kritik bekommen. Diesen Kritikern haben wir es nun gezeigt! Natürlich war das heute kein Zuckerschlecken, wir haben dreckig gewonnen. Aber das, was diese Jungs aktuell an Leidenschaft mitbringen, ist unglaublich. Sie schmeißen sich freitags eine Aspirin-Tablette ein und gehen nicht feiern, um am Samstag im Derby zu spielen“, lobte der ausnahmsweise nicht anwesende Coach seine Mannen. „Wir haben es in den zwei noch ausstehenden Spielen nun selbst in der Hand, dass wir am Ende vielleicht hinter den beiden Aufsteigern landen. Das ist eine Hollywood-Story!“ Und das, wie Rogowski, bevor er sich zurück zur Konfirmationsfeier seines Sohnes verabschiedete, stets zu betonen weiß, „ohne auch nur einen einzigen Cent zu bezahlen. Das will ich noch einmal als klare Info – für alle da draußen – loswerden!“

SVB: Stephan; Senkpiehl, Pinnow, Bitterkleit, Lüdemann; Bol, Kleinert (81. Meyer); Ohrt (61. Brinkmann), Tamm, Paetzold (89. Brausendorf); Rössing
SCW: Peter; Karkosch, Floredo, Ziems, Lohdamm; Ebel (61. Schütte), Dwenger, Braun (73. Dehn), Renner; Mauersberger, Stegen

Eine Bildergalerie zum Spiel von Henrick Vahlendieck: