Wieder nicht überzeugt, aber dennoch gewonnen: FC Voran Ohe feiert ersten Sieg im vierten Testspiel

Voran Ohes Maxim Gassmann (Mi.) köpft nach einem Freistoß von Robin Woost den zwischenzeitliche 2:1-Führungstreffer. Foto: Ebel

TSV Glinde – FC Voran Ohe 2:3 (1:1)
Testspiel, (So., 10.02.19, 15.00 Uhr) 

1:10 gegen den Oberligisten HSV Barmbek-Uhlenhorst, 1:1 gegen den SV Altengamme II und eine 4:5-Niederlage gegen den Kreisligisten TSG Bergedorf. Die bisherige Bilanz aus den drei Testspielen ist für den Landesligisten FC Voran Ohe sehr ernüchternd. Doch am Sonntagnachmittag konnte das Team von Trainer Seibert seinen ersten Sieg in der laufenden Vorbereitung einfahren. Gegen den Bezirksligisten TSV Glinde gewann der FCVO mit 3:2. Doch in Euphorie fällt am Amselstieg nun wahrlich noch niemand. „Das war kein gutes Spiel von uns“, betonte Coach Seibert und wurde vom Sportlichen Leiter, Hanno Stengel, bestätigt: „Das war kein überzeugender Auftritt.“

Vor allem aufgrund der deutlichen 1:10-Klatsche gegen BU ist bei den Ohern zu spüren, dass da noch ordentlich Sand im Getriebe ist. „Dieses Spiel ist noch in den Köpfen und das wurmt die Jungs“, erklärt Trainer Seibert, der aber auch klar stellt: „Wir sind keine Vorbereitungs-Weltmeister. Wir sind noch nie so gestartet, dass wir mit einem super Gefühl in die ersten Punktspiele gegangen sind. Wir müssen die Nerven behalten und vor allem an unserer Laufbereitschaft und unserem Zweikampfverhalten arbeiten. Das ist ganz wichtig.“ Um diesen ersten kleinen Aufschwung zu bestätigen, haben die Seibert-Schützlinge nun noch zwei Möglichkeiten.

FC Voran Ohe: Trainer Seibert spricht Klartext – Stürmer Marco Braesen ist nach 114 Tagen zurück

Ist nach längerer Verletzungspause wieder zurück auf dem Platz: Voran Ohes Stürmer Marco Braesen. Foto: Herzog

Erst tritt der FCVO beim Verbandsligisten (Staffel Süd) aus Schleswig Holstein, dem SSC Hagen Ahrensburg, an (16.02.19, 14.00 Uhr, Hagener Allee), ehe es eine Woche später im letzten Vorbereitungsspiel vor dem Punktspielstart gegen den Rahlstedter SC zum Bezirksligisten ASV Bergedorf 85 (23.02.19, 14.00 Uhr, Sander Tannen) geht. Und in diesen beiden Partien können sich nochmal alle Akteure in den Vordergrund spielen. „Stand jetzt sind noch alle Positionen offen und gegen Rahlstedt ist noch niemand gesetzt, denn bisher hat mich noch keiner aus dem Sattel gehauen. Das muss man so klar sagen“, erklärt der Übungsleiter, der sich darüber freuen kann, dass er auch in der kommenden Spielzeit von seinem bisherigen Co-Trainer Jonas Murach unterstützt wird, der ebenso wie Torwart-Trainer Lukas Jordan für die nächste Saison zugesagt hat. Damit steht nach der Verlängerung von Cheftrainer Seibert und eben diesen beiden Zusagen das Trainerteam am Amselstieg für die Saison 2019/20 fest. Eine weitere gute Nachricht, über die sie sich in Ohe nach dem Testspiel in Glinde, wo die Oher in der Vorbereitung jeden Montag trainieren, freuen können, ist, dass Stürmer Marco Braesen nach seiner Knieverletzung aus der Partie gegen Hamm United nach exakt 114 Tagen wieder auf dem Platz stehen konnte.

„Das war relativ spontan. Ich bin am Dienstag, nachdem ich seit zwei Wochen schmerzfrei bin, auf den Bolzplatz gegangen und habe ein bisschen getestet und probiert. Dort habe ich gemerkt, dass es soweit geht. Am Mittwoch war ich dann beim Lauftraining und am Samstag habe ich die erste Einheit mit der Mannschaft absolviert. Danach haben Rainer (Trainer Rainer Seibert, d. Red.) und ich entschieden, dass wir es versuchen“, erklärt Braesen, der anfügt: „Es ist natürlich etwas ungewohnt, wieder zu spielen, das hat man in der ersten Minute, wo ich den Ball nicht optimal treffe und eigentlich das Tor machen muss, auch gleich gesehen. Für mich war es wichtig, Kraft und Ausdauer zu tanken. Der Treffer war eine schöne Nebensache. Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden und hoffe, dass ich zum ersten Punktspiel einigermaßen fit bin.“

TSV Glinde verliert Oskar Berger: „Sportlich und menschlich bricht es mir das Herz.“

Wird aus heutiger Sicht nicht mehr Fußball spielen dürfen: Oskar Berger. Foto: TSV

Im Gegensatz zum FC Voran Ohe müssen sie beim TSV Glinde ab sofort auf die Dienste eines ihrer wichtigsten Spieler verzichten. Mittelfeldmotor Oskar Berger, der seit er sieben Jahre alt ist für den TSV spielt und ausgestattet ist mit einem echten Kämpferherz, wird aufgrund von schwerer Arthrose in der Hüfte stand jetzt nicht mehr Fußball spielen dürfen. „Sportlich und menschlich bricht es mir das Herz. Er hat immer alles gegeben. Es  tut mir so leid, zu sehen, dass er nicht mehr spielen darf. Das ist echt fies“, erklärt ein sehr emotionaler TSV-Coach Sören Deutsch. Trotz dieses schweren Verlustes werden sie beim Bezirksligisten aber im Sommer keine großen Veränderungen vornehmen. Der 25 Spieler umfassende Kader soll so, wie er aktuell aussieht, bis auf ein, zwei Personalien auch in die kommende Saison gehen. „Bis auf zwei Fragezeichen haben wir alle zusammen“, erklärt Deutsch. Mit den von Teammanager Frank Kehr angekündigten „ein, zwei Kracher aus dem obersten Regal“ befinde man sich laut Deutsch noch in Gesprächen.

Zum Team ab sofort wird auch wieder Julian Lorenz gehören. Der Betreuer, der bis vor dieser Saison schon als Feldspieler und zuletzt als Torwart aktiv war, kehrt wieder zurück auf den Platz. „Er hat gesagt, er kriegt seine Rückenschmerzen in Griff und dass es wieder in den Fingern juckt. Seit dem Vorbereitungsstart trainiert er wieder mit und bekommt seine Chance. Wenn der Rücken hält, wird er in der kommenden Saison nur Torwart sein. Diese Saison wird er parallel den Job als Betreuer noch machen“, erläutert der Coach. Neben Lorenz steht mit Mirko Brandt ein weiterer Keeper im Kader des TSV. Alexander Dora, der in der Vergangenheit sich immer mal wieder im Tor und auf dem Feld wieder fand, wird in Zukunft nur noch als Feldspieler die Schuhe schnüren.

„Ich bin super zufrieden. Das war ein Spiel auf Augenhöhe“, freut sich Deutsch trotz der knappen Testspielniederlage. „Allgemein ist die Stimmung sehr gut und die Trainingsbeteiligung hoch. Wir sind auf einem guten Weg und es macht echt Laune. Ich bin schwer begeistert, wie weit wir schon sind“, erklärt Deutsch knapp drei Wochen vor dem Pflichtspielstart am 03. März beim SC Eilbek (10.45 Uhr, Fichtestraße). Der Übungsleiter zeigt sich auch über zwei Personalien sehr erfreut. „Dass Fabi (Abwehrspieler Fabian Frank, d. Red.) wieder zurück ist, ist ein echter Quantensprung. Er ist sehr präsent. Und auch Christian Albus ist wieder fix da“, gibt der Coach bestens gelaunt zu Protokoll, der ebenso erklärt, dass Physiotherapeutin Katharina Töpler für die kommende Saison fest zugesagt hat. Somit steht nach der Verlängerung von Deutsch, seinem Trainerstab und Töplers Zusage nun das gesamte Team ums Team beim TSV fest.

Tore: 1:0 Tiago da Silva (5.), 1:1 Marco Braesen (35.), 1:2 M. Gassmann (45.), 2:2 Khaibar Ibrahimi (73.), 2:3 Patrick Gordon (77.)
Gelb-Rot: Sebastian Kaufmann (66./wiederholtes Meckern)
Bes. Vork.: Michél Thomä pariert einen Foulelfmeter von Christian Albus (23.)

TSV (1. HZ): Dora; Gerloff, Scheele, de Almeida, Behnken; Frank, Albus, Fischer; Appel, Gehrke, da Silva
TSV (2. HZ): Lorenz; Gerloff, Ernst, Frank (65. Albus), Henningsen; Bakker, Albus (55. Dora), Hak; Kamal, Ibrahimi, Griem
FCVO: Thomä (46. Malik); I. Gassmann (46. Schenkenberg), Walek (37. Sulinski), Gläser, Damaschke (46. Lang); Saqib (34. Bressel), Kaufmann; Loesche (74. I. Gassmann), Woost (68. M. Gassmann ), M. Gassmann (46. Andersson); Braesen (46. Gordon)