Willinghusener SC steht nach klarer 1:6-Pleite im Abstiegsduell mit Düneberg II als Absteiger fest

Für Tom Brandau und seinen Willinghusener SC gab's im direkten Abstiegsduell mit Düneberg II den nächsten Dämpfer. Foto: Herzog

Willinghusener SC – Düneberger SV II 1:6 (0:3)
Kreisliga 3, 29. Spieltag (Fr., 17.05.19, 20.00 Uhr)

Dieser Dreikampf ist unglaublich spannend! Zwei Spieltage vor Ultimo spitzt es sich vor dem bereits abgestiegenen Schlusslicht FC Lauenburg im Kampf um den Klassenerhalt in der Kreisliga 3 aber mal so richtig zu: Die SpVgg Billstedt-Horn, der Düneberger SV II und der Willinghusener SC haben allesamt 27 Zähler, das Torverhältnis spricht vor dem vorletzten Spieltag für Billstedt-Horn. Nur eines der drei Teams kann sich am Ende retten, zwei müssen den schweren Gang in die Kreisklasse antreten. Die ganz große Chance, diesen zu verhindern, hatten der WSC und der DSV II am Freitagabend im direkten Aufeinandertreffen – genutzt hat sie letztlich der Düneberger SV II.

Früher Doppelschlag lässt die Düneberger Anspannung abfallen

DSV-Trainer Carsten Schruhl hatte vor der Partie eine ob der Abstiegsgefahr ungewöhnliche Ansprache parat, die scheinbar dennoch gefruchtet hatte. „Ich habe den Jungs gesagt, dass sie dieses Spiel genießen sollen. Worum es geht, wissen sie schließlich“, erklärte der Übungsleiter. „Das war hier heute wie ein Pokalspiel.“ Und dieses entschied sein Team am Ende mehr als deutlich mit 6:1. Ohne den Leistungsträger Tobias Harnisch, der aufgrund einer Gelbsperre passen musste, kamen die Gäste besser in die Partie. Lennart Stein, der Harnisch in der Mittelfeldzentrale ersetzte, traf zur Führung (14.), Sturmroutinier und Torjäger Andreas Wölfel erhöhte auf 2:0 (18.). Schon vor der Halbzeitpause sorgte der junge Leon-Maurice Haut mit seinem Treffer zum 3:0 für die Vorentscheidung (39.). „Die Gegentore haben wir uns wieder selbst eingeschenkt“, fand WSC-Trainer Maxwell Phelps schnell eine Erklärung.

Selbiges passierte auch nach dem Wiederanpfiff: Blerti Dugolli erhöhte auf 4:0 (57.), ehe Ersin Tan nach 65 Minuten der Ehrentreffer gelang. Doch an diesem Tag präsentierte sich die bislang schwächste Offensive der Kreisliga 3 in Torlaune: George Jajan mit dem 5:1 (69.) und der eingewechselte Moyed Elghrari (84.) trafen zum deutlichen 6:1-Endstand. „Die Erleichterung ist einfach nur riesengroß. Es hätte vielleicht sogar höher ausgehen können. Nach der Pause war Willinghusen gebrochen und wir haben endlich mal getroffen!“, sagte Dünebergs Coach nach dem „Endspiel“ freudestrahlend.

WSC-Mannschaft geht nach Pleite mit dem Abstieg auseinander

Trainer Maxwell Phelps steht mit seinem WSC als Absteiger fest. Foto: Herzog

Beim Gegner WSC steht hingegen bereits seit langer Zeit steht fest, dass zur neuen Saison die vereinseigene A-Jugend aufrücken, das aktuelle Team in der Konstellation zerfallen wird. Trainer Maxwell Phelps wechselt zum Ligakonkurrenten SV Hamwarde, der Großteil der aktuellen Ligaspieler wird wohl eine Alte Herren in Willinghusen eröffnen. Nach diesem 1:6 gegen den DSV II steht nun fest: Die neu zusammengewürfelte Mannschaft wird in der Kreisklasse starten, der Abstieg aus der „KL3“ ist aufgrund des deutlich schlechteren Torverhältnisses gegenüber Düneberg II nicht mehr zu verhindern. „Das war einfach schlecht“, konsternierte Phelps. „Diese negative Entwicklung seit der Verkündung der Umstrukturierung war nur schwer zu stoppen. Keiner hatte daraufhin mehr so wirklich Lust, die Trainingsbeteiligung war sehr schlecht. Das Kuriose ist: Der Verein steigt ab, die Mannschaft nicht. Der Abstieg ist letztlich einfach verdient, wenn man sich so präsentiert!“ Somit hat das letzte Saisonspiel beim Schlusslicht FC Lauenburg sportlich keine Bedeutung. Phelps abschließend: „Ich hoffe, dass wir genügend Leute zusammenkriegen, um antreten zu können. Zur Not schnüre ich noch mal meine Buffer.“

Für den Gegner hingegen ist der kommende Spieltag der nächste alles entscheidende: Es geht am heimischen Silberberg gegen das Spitzenteam SC Concordia II (Sonntag, 26.05. um 13 Uhr). Zeitgleich spielt die SpVgg Billstedt-Horn, nun der letzte Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt, zu Hause gegen die TSG Bergedorf. „Wir müssen mindestens einen Punkt holen“, hofft Schruhl, der sich das Duell der SpVgg an diesem Sonntag bei der TSV Reinbek nicht anschauen wird: „Die Aufregung bei unseren eigenen Spielen reicht mir. Noch mehr davon vertrage ich nicht.“ In diesem Duell entscheidet sich dann auch, welche Ausgangslage am letzten Spieltag auf die Düneberger, die gegenüber Billstedt-Horn das schlechtere Torverhältnis haben, wartet. Sollte es am Ende nicht zum Klassenerhalt reichen, will Schruhl dennoch klarstellen: „Wir haben zum Saisonende hin mit unseren fünf Siegen aus sieben Spielen alles gemacht, was wir machen konnten!“ Und wer weiß, vielleicht bekommt Dünebergs Zweite Schützenhilfe und belohnt sich dann selbst.

WSC: Flemming; Hallmann, Wittstock (46. Ketelhohn), Greszkowiak, Siewert; Sorkalla (46. Edelmann), Brandau; Meschke-Yunusah, Kummerfeldt, Sarau (65. Seifert); Tan
DSV II: Treichel; Jajan, Bednar, Scholz, Funk; Stein; Dugolli (60. Elghrari), Schädel, Haut, Aslan (64. Barry); Wölfel (80. Horn)