Zwei Abgänge beim DSV: Schuhhardt und Ullmann müssen gehen – 3:3 gegen TuS Aumühle-Wohltorf

Den Ball im Blick: Dünebergs Artur Ketschojan im Testspiel beim Kreisligisten TuS Aumühle-Wohltorf. Foto: Vahlendieck

Exakt 300 Tage ist es nun schon her, dass Tjark Schuhhardt in einem Fußballspiel auf dem Feld stand. Am 14. April vergangenen Jahres lief der Innenverteidiger des damaligen Bezirksligisten Düneberger SV in der Partie beim SV Börnsen auf – mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen. „Ich hatte mir mehrere Sehnen an- und gerissen, zudem Muskel- und Schleimbeutel-Schäden erlitten“, erinnert sich der heute 25-Jährige, der damals noch zum zwischenzeitlichen 1:3 getroffen hatte (Endstand 3:4), im Gespräch mit BOLZJUNGS. Seitdem konnte Schuhhardt nicht mehr gegen den Ball treten – und wird dies für den DSV auch erst einmal nicht mehr tun. Denn am allerletzten Transfertag entschied sich der Defensivspieler dazu, sich dem zwei Klassen tiefer spielenden Kreisligisten SV Hamwarde anzuschließen. Auch auf Anraten seines nun Düneberger Ex-Trainers Dennis Tornieporth.

DSV-Trainer Tornieporth legte Spieler Wechsel nahe: „Es fehlt die letzte Entschlossenheit.“

Der DSV-Übungsleiter ist dabei menschlich über den Abgang Schuhhardts traurig, sieht seine Entscheidung sportlich allerdings für die richtige an: „Tjark ist ein guter Typ und begnadeter Fußballer, der unter anderen Gegebenheiten (Schuhhardt arbeitet im Straßenbau, d. Red.) in jeder Landesliga-Mannschaft spielen könnte. Er hat aber nicht diese letzte Entschlossenheit, die wir im Abstiegskampf brauchen.“ Weiter erklärt der 36-Jährige: „Zudem gab es ein paar Missverständnisse zwischen uns. Wir brauchen eben nur Spieler, die sich voll reinhauen. Wir müssen zusammen arbeiten und kämpfen!“ Neben Schuhhardt verlässt auch der flinke Außenspieler Leon Ullmann den DSV – oder besser gesagt, muss ihn verlassen. Trainer Tornieporth: „Bei Leon ist das alles ähnlich. Von ihm habe ich seit Ewigkeiten nichts mehr gehört, auch nicht, als ich ihn aus der Mannschaftsgruppe entfernt habe. Deshalb ist er kein offizieller Bestandteil des Kaders mehr. Ich habe mir im vergangenen Sommer geschworen, dass ich keinem Spieler mehr hinterherlaufe.“ Somit geht der Ex-Profi aktuell mit 20 Feldspielern und drei Torhütern in den Landesliga-Abstiegskampf.

Schuhhardt selbst erklärt seine Entscheidung für den SV Hamwarde wie folgt: „Ich stand im vergangenen Sommer schon kurz vor einem Wechsel nach Hamwarde. Nun gehe ich dorthin, weil mir die Stimmung und das Drumherum gefallen und dort viele meiner Freunde spielen.“ Erst vorgestern stieg der 25-Jährige beim SVH ins Training ein – im Übrigen sein erstes seit dem Tag der schweren Verletzung vor 300 Tagen. Darüber ist auch sein neuer Übungsleiter Erdinc Özer sichtlich froh: „Das ist ein überragender Transfer für uns, da fehlen mir wirklich die Worte. Ich bin sehr überrascht davon und finde es toll, dass er sagt, dass er uns in unserer Entwicklung helfen will.“ Der SVH-Coach sei schon einmal an dem Spieler dran gewesen, doch „damals wollte er Landesliga spielen. Und das war auch völlig legitim.“ Özer erhofft sich von diesem Neuzugang eine Strahlkraft in Richtung anderer Akteure: „Ich hoffe, dass dies für den einen oder anderen Jugendlichen auch eine Motivation ist. Die Trainingsbedingungen bei uns sind natürlich nicht so rosig, aber er hat da einfach Bock drauf. Das zeugt von Charakter und zeigt, dass wir unsere Arbeit hier gut machen.“ Vor allem nach einem jungen Keeper suchen sie an der Mühlenstraße – dieser hat in Schuhhardt dann künftig einen Innenverteidiger mit Landesliga-Erfahrung vor sich.

DSV mit 3:3-Unentschieden im Testkick beim Kreisligisten TuS Aumühle-Wohltorf

Auch beim nach den zwei Abgängen übrig gebliebenen Personal des DSV wurde es beim gestrigen Testspiel beim Kreisligisten TuS Aumühle-Wohltorf eng. Zehn Feldspieler standen Dennis Tornieporth zur Verfügung. Da mit Neuzugang Kevin Hoffmann allerdings einer von ihnen angeschlagen war, schnürte der Trainer kurzerhand erneut selbst die Buffer und spielte „aus dem kalten heraus direkt 90 Minuten“ auf der Spielmacher-Position. In der ersten Viertelstunde sah es so aus, als würde der Test seinen erwarteten Lauf nehmen. Der Landesligist ging durch das erste Tor im DSV-Jersey von Lucas Gottschalg, der seit dem Jahreswechsel für den Klub spielberechtigt ist, früh in Führung (5.). Die zwei Klassen tiefer spielende TuS, bei dem mit Frederik von Knebel der kleine Bruder von Eintracht Norderstedts Johann von Knebel im Tor stand, spielte in der Folge auf schnelle Konter – und das mit Erfolg. Durch die Treffer von Rene Sommer (15.) und Sebastian Ehlers (36.) drehte der Gastgeber das Ergebnis und ging überraschend mit einer Führung in die Pause.

Hatten Grund zu jubeln: Aumühles Torschütze Sebastian Ehlers (r.) mit Daniel Voges. Foto: Vahlendieck

Nach dem Wiederanpfiff ergriff sich der DSV erneut die Spielkontrolle und drehte das Ergebnis zu seinen Gunsten. Erneut Gottschalg (70.) und Stürmer Daniel Gieseke (80.) – beide Akteure kamen von der aufgelösten zweiten Herren des SV Curslack-Neuengamme – waren erfolgreich. Doch der Favorit musste kurz vor Ende durch den eingewechselten Stephan Tischer noch den 3:3-Ausgleich und gleichzeitigen Endstand hinnehmen (87.). „Unsere Jungs standen gut und waren mit dem Kopf voll da. Das 3:3 war aus unserer Sicht verdient. Wir sind alle sehr zufrieden“, betonte TuS-Trainer Melih Kavukcu, der aufgrund eines Zahnarzttermins kurzfristig fehlte, von seinem „Co“ Simon Uhl aber ausführlich über das Testspiel auf dem Laufenden gehalten worden ist. Für seinen spielenden Gegenüber Tornieporth war das Ergebnis natürlich nicht zufriedenstellend, angesichts der zahlreichen arbeits- und krankheitsbedingten Ausfälle aber zu verschmerzen: „Wir haben das in der zweiten Hälfte dann besser gemacht, den Ausgleich aber unnötigerweise durch zu zaghaftes Verhalten im Zweikampf kassiert.“ Den für den morgigen Freitagabend angesetzten Test gegen Atlantik 97 musste der DSV derweil „aufgrund der dünnen Personaldecke“ absagen. Trainer Tornieporth ist sich dennoch sicher: „Das wird sich bis zum Punktspielstart (Freitag, 22.02. bei Dersimspor, d. Red.) aber verbessern.“

TuS: von Knebel; Voges, Lang (65. Bo Voss), Murach, Kartal; Altun (46. Ausfelder); Ehlers, Raju, Alsoufi (60. Kruppke), Sommer (70. Roling); Kartal (55. Tischer)
DSV: Wojatzek; Redzepagic, Behrens, Pauels, Ketschojan; Özcerkes; Utecht, Bektas, Tornieporth, Gottschalg; Gieseke